auf der stelle und doch so viel weiter

so, da bin ich wieder, wo war ich..ach ja, der weg vom flughafen … eine gute stunde faehrt der bus, so dass man sich gleich in einem monstrum von stadt weiss, dass dich nicht unkontrolliert streunen laesst, wenn du nicht wenigstens weiszt, was du tust, deinen schritt in eine richtung setzt, die sinn hat. zumindest hatten wir durch einen etwas bieder dreinschauenden deutschen aus dem „goldenen dreieck“ deutschlands (irgendwo zwischen mannheim, ludwigshafen und frankfurt), der seine zeit im goldigen pattaya (schlagt es ruhig nach: gute strand-touri-absteige) zu verbringen gedachte, und einen schmuddeligen englaender aus nottingham die noeige staerkende company besorgt. getreu dem motto: in der not friszt der teufel …

zusammen mit spanischen draufgaengern, einer irischen surferin und einem franzoseischen paerchen, das den 68ern entronnen schien, gondelte unser unterkuehlter bus durch die nacht. gigantische werbeschilder troesten den frisch geschockten europaeer (noch immer: die beinahe abzocke fuer das taxi) ueber den kulturschock. nicht umsonst waren sie alle in englischer sprache verfaszt – wir waren tatsaechlich angesprochen.

irgendwo unweit der khao san road schmisz uns der bus dann auch tatsaechlich raus, es war wirklich unschwer zu erkennen, wo es boomte, leuchtete, troetete, da war „traveller“ zu haus. nicht umsonst hatten wir uns den weg zu den guesthaeusern ein wenig abseits rausgesucht, mittendrin wollten wir dann doch nicht schlafen. schnell war auch was gefunden, motzen gehoerte zum service, gebrochenes englisch, das sich in den gehoergang bohrte erlaubte zwar ein „excuse me?“ oder „what?“ – rief aber nur ein „i tell you many times! you not understand!“ also, nicken, klappe halten, selber rausfinden, andere traveller fragen. alles habe ich viele male gehoert. die erfahrung macht am kluegsten. es reichte noch fuer einen kleinen spaziergang auf der khao san, ein erstes pat thai, schuechtern dem magen dargereicht, dann gab die dusche uns den erhofften rest und das bett die ruhe und geborgenheit, 10.000 kilometer entfernung zu verarbeiten.

dienstag 10.04.07

vieles war zu tun: ein visum fuer vietnam wollten wir uns besorgen, klamotten kaufen, einen reisefuehrer fuer laos und ein bus in den norosten thailands sollte uns diesem (laos) auch schon bald naeher bringen. doch die scheu vor der fremdheit und die angst, ueber den tisch gezogen zu werden, macht jedes fragen zum abenteuer. schock nach wenigen minuten: ahnungslos wie wir waren, haben wir uns mit unserem anreisedatum in das thailaendische neujahrsfest hineinverfrachtet (vergebung an jene, die es wussten und jetzt den kopf schuetteln), ein datum nicht nur anziehungspunkt fuer touris aller art, sondern vor allem fluchtzeitpunkt fuer thais in ihre heimat. dies bedeutete fuer uns zweierlei: 1. die botschaft schloss in zwei tagen, eine gemuetliche erkundungstour auf eigene faust weitgehend ausgeschlossen und die erfragten visa-service-preise schoszen durch den erforderlich gewordenen express-service gewaltig in die hoehe. schon annaehernd so viel, wie wir in der heimat bezahlt haetten wurde uns genannt, ehe eine guest house „mutter“ uns reasonable 1.900 baht anbot. ein kurzer zweifel ob ihrer integritaet und dann war der pass weg, das geld auch, nur ein kleiner zettel verblieb als sicherheit. (die story kurz: einen tag laenger hat es gedauert, der pasz ist da, ein wunderschoenes visum klebt drin). 2. alle thais fliehen aus der hauptstadt und fahren in ihre heimat, um die zwei wochen urlaub zu genieszen. das kriegten wir in dem ersten TAT-buero (semi-offizielles tourioffice) gesagt, zu dem uns das erste tuk tul verfrachtet hatte, das wir uns gleich vor dem ersten wat (von einem an sich freundlichen und immerhin des englischen kundigen thai) aufschwatzen lieszen. so viele erste male – und doch war das rasende gefuehl im formel1-wagen fuer arme eine verhaeltnismaeszig guenstige sache (60 baht) und zeigte uns zudem ein wenig von der stadt (inkl. goldener buddha). im TAT-buero schnautzte man uns erst einmal gehoerig voll, wie dumm wir denn waeren, in den norden zu wollen, zumal zu dieser zeit. in den sueden gaebe es tickets, sonst allenfalls nach chiang mai. nein, wollen wir nicht. nah dann nur noch nong khai (grenzstadt nach laos, die dame witterte wohl ein wunderbares geschaeft mit visum-service und anschlussbus…) – fuer gemuetliche 1.500 baht (nur noch am folgenden tag, wohl damit uns das alternativen suchen gruendlich verginge…). ein kurzer blick zwischen uns zwei, ein knackiges „no thanks“ (wenn auch mit schisz in den beinen) und weg waren wir. so nicht, das hatten wir uns anders vorgestellt.

schnell zurueck zur gastmutter unseres vertrauens (wo man uns druckfrisch von der verspaetung unseres visums erzaehlte), wo diverse buslinien aushingen, die zu den busterminals der stadt fuhren. aufgeschrieben, fuer den naechsten tag eine fahrt zum noerdlichen terminal auf die tagesordnung gesetzt (immerhin 2 stunden sollte diese, hiesz es, dauern). wieder blieb uns nur der gang ueber die khao san, in einer der kleinen seitengassen (mehr: tunnel) wurden wir auch fuendig, kauften uns hosen, hemden, waren froh. ein paar happen – essen kam bisher eindeutig zu kurz – und die nacht kam ueber uns.

mittwoch, 11.04.07

ich kuerze fuer die unter euch, die duer das intensive studium guter literatur keine zeit mehr haben, ein wenig ab. am naechsten morgen machten wir uns auf, den straszenverkehr bangkoks selbst zu erkunden, fanden tatsaechlich den richtigen bus, ein sprachunkundiger aber dennoch hilfsbereiter ticketer (schaffner) wies uns auch den ausstieg und da waren wir: im chaos pur. ein busbahnhof, der zugleich markt, parkplatz, wohnstaette und irgendwo, nach drei nachfragen (und blindem hinterdreinlaufen) auch ticketschalter war (mit ca. 35 schaltern). englisch mangelware, doch mit viel glueck und zeigereien war das ticket erstanden –  fuer verhaeltnismaeszig guenstige 552 baht (gute 8 stunden – geplante – fahrt, fast 700 kilometer im 1a a/c-bus … nicht unsere erste wahl, aber im angesicht der drohung, die naechsten zwei wochen in bangkok zu verbringen, eine echte erloesung). bleibt nur die herausforderung, den ort zu finden, von dem der bus abfaehrt. ein kleiner gelber zettel, dessen thai-inskriptionen zu entziffern uns eine freundliche junge frau, die wir heute (11.04.) trafen, half. ach ja, waren wir einmal an einem ort, den touris nicht so haeufig betreten (nicht einmal die junge hilfsbereite frau kannte ihn „wirklich“), nutzten wir die gelegenheit, an den staenden des wie ein unterirdisches zeltlager anmutenden marktes weiteres „equipment“ zu erstehen (sonnenbrillen! – ein wundervolles ray ban-imitat. wer braucht noch originale?)

dann blieb uns noch ein gang in die naeheren weiten der bangkoker straszenschluchten uebrig, eine uni, ein fast leerer wat in stadtmitte, der gruendungsstein der stadt (mit, natuerlich, tempel) und viel, viel an beobachtung, die kein logbuch je beschreiben kann. menschen, die sich auf mehreren hundert metern akribisch ueber winzige paks (eine art gluecksbringer-buddha-anhaenger-steinchen) beugen, um sie zu inspizieren, wertschaetzen, um sie zu feilschen und feil zu bieten.

donnerstag, 12.04. (2550, nach thailaendischer zeitrechnung)

da mein limit ablaeuft, wird die kuerzung rapider, ich uebe noch, das wichtige vom unwichtigen zu trennen. das visum ist da, einen ersten gewaltigen regen mit blitzeinschlaegen in umstehenden autos haben wir unter einer kleinen holzhuette gemuetlich ueberstanden, uns gegen den gigantischen (und ueberteuerten) wat phra kaeow entschieden und statt dessen zwei andere wunderschoene wats gesehen, den fluss mehrere male ueberquert … und in vielen kleinen gassen tausende von buddhas gesehen … was bleibt zu sagen? langsam, in kleinen schritten, fuellt sich die muttasche und das ich-trau-mich-pensum wird groeszer … hoffentlich bleibt das so …

bis bald, mz

Advertisements

3 Antworten

  1. Tja, Ihr Lieben, das liest sich doch schon ganz spannend und aufregend, wenn auch vielleicht ein wenig schwieriger, als Ihr es Euch vorgestellt habt, aber auf jeden Fall Urlaub, den ich nämlich als das andere des Alltäglich verstehe, nicht am Strand liegen und braten, den Alltag im Hinterkopf, sondern mit sich und der Umwelt so beschäftigt, eben den Alltag völlig vergessend.
    Ich freue mich über die Lektüre jedes kommenden Kapitels und hoffe, in einigen Monaten einer ebenso faszinierenden Erzählung mit Bildbegleitung in stundenfüllendem Format fasziniert und wissbegierig folgen zu können.

    Weiter so, Ihr macht mich neidisch …
    Uli

  2. na also fuer uns musst du wirklich nicht abkuerzen, lieber mz : )
    ich frag mich eher, wie oft ihr ueberhaupt noch so ein internetz finden werdet..?

    alles gute aus holland,
    anne

    PS: uebrigens auch ein erstes mal fuer mich – zum ersten mal richtig blog lesen (mit RSS und drum und dran). toll, wie das funtioniert!

  3. Hallihallo,

    Schön!!!!!!!
    Im Gegensatz zu vielen Mitlesern, wecken deine Ezählungen zwar keine Erinnerungen, doch es liest sich wie eine schöne Geschichte, die die selbstgemalten Bilder in meinem Kopf nur so daherziehen lassen. Das Lesen macht mich natürlich auch ganz hibbelig in Betracht der eigenen bevorstehenden „Abenteuer“. Julien und ich ich kennen kaum noch ein anderes Thema. Er läßt dich grüßen.

    Bis zum nächsten Bericht viel Spaß!!!

    Die Danni

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: