last stop before the „first wilderness“

jedes abenteuer ist das stets groeszte, und so muss auch ich mich damit abfinden, dass morgen frueh ein neuer hoehepunk sich allein schon darin ergeben wird, den abfahrtspunkt fuer unseren bus zu finden. morgen frueh geht es endlich raus aus bangkok, auch wenn ich sagen muss, dass ich die zeit bisher auf jeden fall genossen habe. vorhin las ich, bangkok waere die laermhauptstadt der welt. darauf muss ich einwerfen, dass mir dieser superlativ nicht besonders eingaengig ist. sicher, es ist laut, aber wer verspricht mir, dass dies die fahnenstange ist? (und selbst wenn – man kann es auch hier aushalten; was heiszt das also?) und wer sagt ueberhaut, dass die totale abstinenz von laerm ein so viel erstrebenswerteres ziel ist, wenn man dafuer auch die segnungen der zivilisationen verlustig gehen sieht. spaetestens im kakerlakenmeer werden wir den laerm gegen die wildnis abwaegen – was schwerer wiegt und was wertvoller ist, wird sich erweisen.

anyway, morgen also. das ticket haben wir erstanden, was fehlt, ist der sichere weg zum abfahrtsort. bangkok ist nicht nur grosz, sondern auch derart verschlungen, dass zum einen keine straszenkarte alle tatsaechlich vorhandenen straszen anzeigt (auf unserer busfahrt musste ich das schon schmerzlich einsehen), und zum anderen nicht einmal bangkok-thais wirklich immer wissen, wo sich eine strasze befindet – mal davon abgesehen, dass die meisten von ihnen trotz zweisprachig verzeichneter namen im kartenlesen keine vertrauenserweckenden fertigkeiten aufweisen.also bleibt uns die hilfe der jungen frau im park, die uns nicht nur zu der staatlichen hygieneausstellung einlud, fuer die sie arbeitete, sondern auch bei der buscompany anrief, um fuer uns zu erfahren, wo wir wie erscheinen muessen, um unseren a/c-bus nach udon ratchathani zu besteigen (jetzt alle mal auf der karte nachsehen! denn obwohl unser plan sicher noch gewaltig zusammenschrumpfen wird, steuern wir tatsaechlich das erste ziel noch an…).

wenn alles gut laeuft, sitzen wir also morgen um neun in einem viel zu kalten bus, zerren unsere fleecejacken hervor, obwohl drauszen 35 grad sind, und glotzen romantisch in die welt – fuer (hoffentlich nur!) 8 stunden und 670 kilometer.

bis dahin bleibt uns noch ein abend bei familie „bella bella“ – wie auch immer sie heiszen, allesamt scheinen sie hier in diesem guesthouse zu arbeiten, bei dem ich, haetten wir nicht viel vor, auch monate bliebe – mit blick auf die wilde wasser-und-mehl-schlacht des thailaendischen neujahrsfestes… vielleicht ist auch noch ein bier drin, unser „tight budget“ (echter lonely planet slang) hat sogar noch luft, trotz abzocke und bangkok-preisen. dabei belass ich es erstmal und hoffe, die wildnis spuckt uns nicht aus (erste verdauungsstoerungen haben wir heute tapfer ausgesessen – nein, nicht auf dem klo, nur mit kleinen dosen weiszbrot, schokolade, einer ersten kohletablette – ihr wiszt ja ALLE wie das ist) und gibt uns die moeglichkeit, selbst laut zu geben.

mz

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3 Antworten

  1. Halloo,

    Da sind sie also die ge- und befürchteten Verdauungsstörungen. Da ich mich da ja nicht so gut auskenne, hätte ich da schon eine Frage: wie schmeckt euch denn das Essen überhaupt? Lohnen sich die Verdauungsstörungen wenigstens? Was habt ihr denn schon so mehr oder auch weniger Leckeres zu euch genommen?
    Ganz gespannt auf den Fortgang sage ich bus zum nächsten Internetstop.

    Die Danni

  2. guten morgen.

    was für eine schöne idee, diesen blog zu bauen. werd ihn an alle weiterreichen, die ich kenn, auf das zumindest der ein oder andere sich von zeit zu zeit darauf verliert.
    respekt vor deinem stil. wortgewaltig im großen und im kleinen – wie immer.
    das mit den preisen is ja doof. aber vielleicht müssen die thais ihren umsturz refinanzieren. oder die saison läuft noch – wenn es in bangkok so etwas wie eine saison gibt.

    in jedem fall von hier aus viele liebe grüße. das chaos wird sich bald in wohlgefallen auflösen, alter freund. und was dann bleibt, wird alle sorgen wie einen flüchtigen schatten aussehen lassen. also nur voran, gewagt, gelebt.

    bin in gedanken bei euch – mit einem kleinen anflug von wehmut und fernweh. schön, solcherlei stets auf neue in sich geweckt zu spüren.

    christian

  3. naja, das ist eben relativ. sobald man ein bisschen blubbern im bauch (und anderswo) spuert, tritt man ja gleich automatisch ein bisschen kuerzer…
    aber ansonsten stuerzen wir uns – manchmal fast blind – auf alles, was es so zu essen gibt. naja, nicht fast alles, denn letztlich verkauft hier jeder was zu essen – und manches davon will man sicher nicht essen und schon gar nicht verdauen.

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