gluecksspiel im wat … und andere gluecklichkeiten

hallo,

wer soll ueber all diese abenteuerlichkeiten berichten, die uns in diesen wenigen tagen wiederfuhren – und doch schon fuer monate ausreichen wuerden und ueber jahre vorhalten werden?

ich mach es heute erst einmal kurz und in den naechsten tagen laenger. angekommen sind wir heute in nakhon phanom, im nordosten thailands am mekong, gegenueber der laotischen stadt tha khaek (glaub ich, kann jetzt nicht nachsehen). und, nein, die wildnis hat uns noch nicht verschlungen, vielmehr bin ich der ueberzeugung, dass sie noch auf sich warten laesst…

wie fleiszige schulgaenger sind wir am smstag morgen um 5 uhr (a.m.!) aufgestanden, die halbe (oder ganze?) stadt zu durchqueren, um unseren bus nach ubon ratchathani zu erreichen, dessen abfahrtsort nur auf einem kleinen gelben zetel zur verfuegung stand. dass den darauf angegebenen ort verschiedene menschen unterschiedlich interpretierten, mag normal sein, floeszte uns aber kein weitreichendes vertrauen ein… gepackt, gestriegelt und muede betraten wir die strasze, wehrten den airporttaxi-schlepper ab, doch das mit quietschenden bremsen vor uns haltende „taxi meter“ war zuviel fuer uns, bei 200 Baht wurden wir weich und lieszen uns, obowohl auch dessen fahrer den ort nur ungefaehr zu erahnen schien, in die polster fallen – die im uebrigen mit folie bespannt waren, derart hermetisch, dass es unmoeglich war, die anschnallgurte in irgendeine halterung einzufuehren. wer braucht schon anschnallgurte, gell? doch bei einem innenstadttempo von 95-100 km/h, das gebe ich gern zu, habe ich mir bei der einen oder anderen brueckenueberfahrt, die mich an den film „taxi“ erinnerte, doch den gurt ersehnt. so blieb es bei stoszgebeten in richtung der wats auf dem weg …, einer fahrt rueckwaerts ueber die schnellstrasze – warum auch nicht, wenn man so abkuerzen kann? – und einer unbeschadete ankunft… das zuerst seltsam anmutende busterminal erwies sich als fast schon „europatauglich“ mit schaltern, feschen damen in nicht minder feschen dresses und huetchen. drei (un)gemuetliche stunden auf plastikbaenken, in denen wir laengst selig waren, den kuerzeren aber schwierigeren teil der tagesreise hinter uns gebracht zu haben, vergingen, ehe unser bestimmungsort am improvisierten check in erschien und wir den bus bestiegen. bald erwies sich, warum wir noch immer stolze 552 Baht fuer die 670 km ueberbrueckende busfahrt loehnen durften – eine der grauroeckinnen fuhr mit uns under servierte, tablets durch den wackeligen bus jonglierend, zwei mahlzeiten, getraenke und wechselte fleiszig viedeofilme…fast wie bei emirates…

ca. gegen 17 uhr erreichten wir ubon ratchathani, den ersten fleck thailand auszerhalb bangkoks, der uns willkommen heiszen sollte. kaum ausgestiegen steuerten wir zielsicher auf einen der vielen bunten schalter zu, um uns auf vielen wegen ueber die geplante weiterfahrt in den weiteren norden zu erkundigen, ehe wir ins stadtzentrum „vorstoszen“ wollten. schnell fanden sich viele freundliche gesichter uns zu helfen, darunter auch eines, das des englischen kundig, die anderen fuer uns dirigierte. nach und nach machten wir den schalter ausfindig, der tickets fuer unsere destination verkaufen sollte, auch der zustaendige „beamte“ tauchte irgendwann auf – allein, er machte uns freudig strahlend klar, dass er heute schon feierabend machte. klappe zu.

also lieszen wir uns willig auf einen der so genannten mini-busse verfrachten (leicht umgemodelte pick ups mit sitzbaenken und einem planendach), der ins stadtzentrum fuhr und dessen fahrer instruiert war, uns am sri isan guesthouse abzusetzen. schnell fuellte sich hinter uns der wagen, ein paar mutige auf dem trittbrett tuckerte das gefaehrt richtung stadt. alle zwei zuendzyklen setzte der motor aus, der fahrer liesz ausrollen und startete erneut. das ging so bis zur naechsten tankstelle, wo er eine blitzreparatur vornahm und schlieszlich endlich fahrt aufnahm. doch nicht fuer lange. je naeher wir dem stadtzentrum kamen, um so oefter staute sich die wagenschlange – und wir wurden nasz. noch war das thailaendische neujahrsfest nicht vorbei und alles erfreute sich an gegenseitiger erfrischung. falang (western people) waren da natuerlich ganz besonders willkommen. so waren wir schnell nasz, aber noch lange nicht da. nach mehr als einer halben stunde wurden wir unruhig, zeigten den mitreisenden wild gestikulierend unsere karte und errieten schnell, dass wir unseren ausstiegspunkt laengst passiert hatten. als wir daraufhin ausstiegen, erinnerte sich der fahrer unser und versprach uns blumig, umzukehren und uns am richtigen ort abzusetzen. was er auch tat. nachdem er seine tour ordnungsgemaesz beendet hatte. so tuckelten wir unsgesamt gemuetliche 2 stunden fuer 20 B durch die stadt, mit mehl beschmiert, wasser begossen, muede und dennoch zufrieden. dunkel wars, als der truck hielt und wir hinabstiegen… ein portier oder touristpolizist wies uns den weg ins hotel, das fuer den bereich unserer budgetguesthouses viel zu nobel aussah. nicht zu unrecht. wie sich herausstellte, handelte es sich um das sri isan 1, ein hotel, das zimmer ab 500B (aber mit fruehstueck). was wir suchten, war das sri isan 2, gleich um die ecke in einer seitenstrasze, mit einem kleinen alten chinalampion davor und geckos an der decke. dafuer sehr freundlich und unschlagbare 200B die nacht. schnell die sachen rein und nochmal raus auf den dampfenden nachtmarkt, der leckereien (und ekel-reien) zum verzehr anbot. zweimal schlenderten wir auf und ab auf der suche nach leicht bekoemmlichem. allein, bis auf den baren klebereis fuer franzis angegriffenen magen war nix leckeres auszumachen. bis uns ploetzlich eine freundliche junge, offensichtlich schwangere frau auf beinahe-englisch ansprach, ob sie uns helfen koenne. mit ihrer hilfe bestellten wir etwas einfaches (fuer die nacht…) und setzten uns in ihre naehe zum mahle… nach und nach kamen wir ein wenig ins gespraech – und mir nichts dir nichts luden sie und ihr freund uns zu einer stadtrundfahrt ein. „num“, der sprachbarrierenbedingt etwas stumme freund unserer wohltaeterin „siriwan“ verfrachtete uns in sein gigantisch anmutendes auto (warum haben die, die es sich leisten koennen hier nur solche riesenschlitten?) und schon glitten wir, die gesichter an den fenstern wie kinder in der weihnachtszeit, durch die nacht. seltsam nur, dass sie uns zeigten, was uns an einer stadt in der fremde eher weniger beeindruckt – shopping malls, kino, disco, flughafen… weniger seltsam eigentlich, wir haben es sie ja gelehrt, was wertvoll ist…

auch wenn sich die unterhaltung als schwer herausstellte, war es eine sehr vergnuegliche fahrt. lustig und beschaemend zugleich: die thais des nordosten (ich will nicht fuer alle sprechen) fassen alles, was man ihnen erzaehlen will, als bitte, aufforderung oder frage auf – als ich ihnen von unseren erfahrungen des nachmittags am ticketschalter erzaehlte, fuhren sie prompt mit uns zum busbahnhof, wo sie ihren freund „duong“ noch bei der arbeit wuszten. dieser stellte sich beim vorstellen als die englischmaechtige stimme des nachmittags heraus, worueber er und wir herzlich lachen konnten: nicht aber siri, der ich vergeblich versuchte, es zu uebersetzen… nur noch zum nicken und „yes“ faehig, lieszen wir uns „dahein“ absetzen und fielen gluecklich ueber die fuegungen ins bett…

15.04.2007 (2550)

der naechste tag bot uns, neben einem neuen guesthouse mit weniger ekelfaktor und sogar englischem TV, viele wats, einen ersten sonnebrand auf allen unbedeckten koerperteilen v.a. eine letzte fortsetzung der neujahrswasserspiele. als falang waren wir dabei einmal mehr beliebteste ziele, wohl weil das bespritzen mit wasser eigentlich von der segnung durch die moenche mit einem benetzten reisigbesen stammt – so dass getrost davon ausgegangen werden kann, dass jeder, der andere nassspritzt die segnende funktion eines moenches uebernimmt. und wer segnet nicht gern einen selten gesehenen fremden?

ansonsten lasse ich fuer diesen nassen nachmittag, der es sogar vermochte, meine vielfach wasserdichte verpackung von pass, geld und megageldreserve zu durchdringen, einfach ein paar bilder sprechen:

wasserschlachtfreude

nur einer von hunderten von trucks, von denen aus ganze familien aus dem vollen schoepfend auf jene spritzten, die mit schlauechen und eimern am straszenrand sie bewaesserten…. und wir mittendrin.

wasserfreunde

 etwas besseres als einen falang nasszuspritzen konnte es nicht geben … dazu ein wenig mehlpampe ins gesicht … ein „i love you“ dazu …haendeschuetteln, erst dann durften wir, nass bis auf die knochen zum naechsten trupp weiterziehen. einige noetigten mich gar zu einem sturzglas whisky, nicht ohne mich ueber meinen lieblingsfuszballverein auszufragen…

einziger fluchtpunkt blieben die wats, in die wir uns, wenn wir gar zu durchgeweicht waren, immer wieder zurueckzogen. in einem besonders schoenen erlebten wir ein weiteres beispiel nordthailaendischer freundlichkeit. laengst daran gewoehnt, auch unseren knicks zu machen, wenn wir das heiligtum eines wats betraten, forderte eine aeltere frau auf, naeher an den segnenden moench heranzukrabeln, der fleiszig wasserspritzer ueber die betenden verteilte. als auch wir unseren teil abbekommen hatten, forderte sie uns auf, auch einen der weissagenden zettel zu nehmen. normalerweise wird die zahl des zettels, auf dem die eigene zukunft formuliert ist, ermittelt, indem man einen becher mit staebchen solange vorsichtig schuettelt, bis eines von ihnen herausfaellt, auf dem die jeweilige nummer steht. anders hier: in einem kleinen glaskasten befand sich ein buddha und ein kreis aus rot blinkenden lichtchen, jedes mit einer zahl versehen. bei einwurf einer beliebigen muenze setzte sich der lichtkreis in bewegung und hielt, wie das gute alte gluecksrad langsamer werdend, irgendwann an. tja, das glueck(sspiel) hat entschieden – ich muss ein wenig krepeln, aber franzi ist echt oben auf.

das junge maedchen, das uns diese prozedur verstehen geholfen hatte, unterhielt sich daraufhin ein wenig mit uns, lud uns gar zu einer tempeltour ein … doch wir wollten lieber nass werden.

nachdem meine haut keinen groeszeren roetgrad mehr zuliesz zogen wir uns erst in einen der nudelshops zurueck und probierten die lokale spezialitaet – gebratene ente in nudelsuppe (mit reichlich und fuer meinen gaumen graeszlichem maggikraut) – ehe wir uns gaenzlich vom feuchten treiben zurueckzogen. was fuer naerrische tage. lang genug ist er der blog, weiter geht es im naechsten.

mz

bald weiter. ein kleiner – ikonischer – nachtrag aus bangkok als zugabe:

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