time after time

sawadee-khrab,

vielleicht nach all dem stakkato der reiseberichterstattung mal ein paar gedanken zwischen den zeilen. jeder ort und seine bedingungen veraendert das gefuehl, die geistige grundhaltung und die einstellung gegenueber dem bisher erlebten und mehr noch dem kommenden nachhaltig.

vor zwei tagen trafen wir in einem ort, der offensichtlich normalerweise nur wenige „falang“ zu gesicht gekommt, obwohl er direkt gegenueber der laotischen hauptstadt vientiane am mekong gelegen ist und somit zumindest ein sehenswertes panorama zu bieten hat, zwei weisze – maenner, wie ueberhaupt die meisten allein reisenden (natuerlich!?) maennlich sind. der eine ein brite einer scheinbar laegst vergangenen generation, ein spaeter flower power mann, eigentlich einer aus den 80ern, der gern ein hippie gewesen waere, es nur in den strom der dennoch auswandernden hedonisten geschafft hat, die sich in fernen – und eben vergleichsweise kostenguenstigen – laendern ein easy life versprachen und meist auch bekamen. es sprach nicht wenig stolz aus ihm, als er erzaehlte, dasz er seine „challanges“ in der schule erlebt hatte, wo er offensichtlich englisch (klar) und franzoesisch so gut erlernte, dass er nun ueberall auf der welt „easily“ einen job finden kann. seit 8 jahren lebe er nun in thailand. zu lang. er sei „jaded“ – der buerokratismus der thais, die ihre visabestimmungen verschaerfen, um illegal arbeitende, wie er einer ist, nicht laenger schwarz im land zu dulden, habe ihm den spasz genommen. zeit, weiter zu ziehen, nach suedamerika, deren sprachen er auch schon fast beherrsche. toll.

nur wenige stunden spaeter, wir goennten uns ein bier an der mekongpromenade mit blick auf die untergehende sonne, setzte sich ein mann zu uns, der eher wie ein extensiver australischer oversea-traveller aussah, als der daenische lebensbummler, als welcher er sich herausstellte. als junger mann hatte er all sein geld in bangkok verprasst, sich jahrelang mit gelegenheitsjobs durchs land und leben geschlagen, ehe er sich mit den falschen leuten einliesz und quasi nach daenemark zurueck „fliehen“ muszte. nach jahren, die luft war wieder rein, lehrte er in seine zweite heimat zuerueck, seitdem pendelt er regelmaeszig zwischen den welten, wenn daenischer nationalismus ihn nervt. einen horror offenbarte er allerdings vor vietnam, das er uns in grausigen farben ausmalte: abzocke, geklaue, verarsche etc.

dahin geht mein bogen – jede der figuren, die uns unterwegs begegnet, hinterlaeszt ein weiteres, (mitunter leider) unausloeschliches puzzleteil in den bildern nicht nur dessen, was uns bislang geschehen ist, sondern auch des noch kommenden. seitdem sich der voraushimmel ueber vietnam dergestalt ein wenig verdunkelte, versuche ich mich selbst wohlgemuter zu stimmen, andere bilder zu finden.

der gute rat, den auch mein poesiealbum mir schon bereithaelt, auf die eigenen erfahrungen zu warten, ist heisze luft angesichts guter imagination. da ist harte arbeit angesagt.

anyway. derweilsitzen wir noch am tor zu laos…und schauen auf den mekong. laos first.

tor nach laos

mz

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3 Antworten

  1. Also, wenn du hier etwas schreibst, dann ja immer monster viel.
    Ich werde jetzt wohl regelmäßiger schauen müssen, was hier so steht. Das bisher angefallene ist ja nicht mehr zu bewältigen. Ein Reisetagebuch aus Papier würde wohl deinen Rucksack sprengen. Ein Hoch auf das Internet.

    Ich freue mich schon auf den nächsten Eintrag.

  2. hm…. einfach unglaublich. die bilder, die menschen, man kann sich alles ganz genau vorstellen. nachdem ich dein letztes buch ausgelesen habe, kann ich auch endlich eure blogs verfolgen.
    an den koriander musst du dich wohl gewöhnen. ist das essen denn so abenteuerlich? die SOA-tischen restaurants sprießen in berlin wie pilze aus dem boden, aber wahrscheinlich nur die fsk 16 (ohne halbgare küken in schale)
    ich wünsche euch weiterhin so viele übersetzer und helfer. nehmt alles mit.

  3. nur ein bild dieses flusses genügt, um meine sehnsucht in mir aufwallen zu fühlen.
    dein tagebuch spricht weise, wenn es dich still ermahnt, das eigene abzuwarten.

    nur ein kurzer gruß in die unvorstellbare ferne. alles andere, was du dir je zu wünschen vermochtest, sollte gerade jetzt um dich herum sein. weite, möglichkeit, stillbare neugier…

    gruß im übrigen auch an die daheimgebliebenen kommentareschreiber!

    christian

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