das mit den spruechen …

first of all: ein nachtrag. da der „zustrom“ an resonanz auf mein angefuegtes postscriptum so ueppig war (ein gutes zeichen. bedeutet immerhin, dass einige bis zu ende lesen …), will ich es nicht versaeumen, jenes erheiternde spruchband nachzureichen, welches in mengen das botschaftsviertel hanois zierte. und ich hatte recht: „frau“ koehler … ist eben nur „gattin“…

 horst war da

 so, und nun will ich in grossen schritten dem hinterhereilen, was wir auf kleinen und grossen fuessen, sowie auf heissen polstersitzen rasender busse bereits hinter uns gebracht haben.

noch einmal in die bucht.

der traum, den schon christian mit seiner schwaermerischen erzaehlung von fluoreszierendem plankton und dergleichen mit auf unseren weg gab, sollte von cat ba aus gemuetliche 30 dollar kosten. nicht ganz der sparpreis der touristenfallen in hanoi, aber eben der luxus, die zeit zu fuenft und ganz nach eigenem gutduenken zu verbringen. soll heissen: wir tuckern mit einem „eigenen“ boot durch die halong bucht, nummer eins auf jeder liste eines jeden vernuenftigen (?!) vietnamtouristen.

wir hatten uns bereits mit unseren beiden freunden steffi und roman fuer die kahnschuckelei „a la romntique“ (keine philologische kritik bitte!) entschieden, was uns noch fehlte, war die entscheidung ueber die duer – ein oder zwei tage stand zur wahl, mit oder ohne ubernachtung auf der nussschale; und die stimmenverteilung lag bei 2 zu 2. ws tun? nichts leichter als das, man laesst sich die entscheidung aus der hand nehmen. mitten in der hitzigen debatte („ja, was tun wir denn jetzt?“ …) setzte sich eine franzoesin mit dem klangvollen namen penelope zu uns und fragte uns, ob wir nicht gewillt waeren, eine der von den hotels angebotenen touren mit ihr zu unternehmen, da sich sonst niemand dazu faende … ueber unsere entscheidungsnoete aufgeklaert optierte sie sofort fuer das „grosse paket“. unsere entscheidung war gefallen.

was blieb, war das tughe stueck – die „verhandlung“. der listige vietnamese hatte unseren sonderwunsch, nach der tour nicht mehr auf die insel zurueckzukehren, sondern gleich in hlong city aussteigen zu wollen, im kostenvoranschlag mit einem grosszuegigen extra von 5 dollar veranschlagt, angeblich, da der hafen von halong city fuer jeden touristen eine entsprechende gebuehr erhebt. das roch nach business – und das wollten wir nicht auf unsere kosten gemacht wissen. langsm pirschte ich mich mit roman an den gewieften gauner heran … und mit der geballten haerte deutsch-oesterreichischer verhandlungskunst (;-)) rangen wir ihm die 5 dollar pro nase wieder ab … waeren wir nicht so muede gewesen, ich bin sicher, wir haetten im hochgefuehl unseres triumphes das erhandelte geld noch am abend wieder versoffen … doch so, blieb das bett.

ein tag blieb noch … und der verbummelte sich schnell entlang der promenade und ein wenig auch am immerweissen strand zwischen den felsen, wenn auch die am wochenende in scharen einfallenden touristen die insel der ostsee im juli ein wenig awehnlicher machten. ein abstruses bild bot sich dort – kleine kinder wurden ins wsser gezerrt, um dort halb ertrinkend in quietschbunten rettungsreifen mit stolzen vaetern fuer fotografen zu posieren, die – in der woche nirgends zu sehen – den strand auf und ab defilierten, um zahlungswilligen eine urlaubserinnerung zu „schiessen“… sonst so zurueckhaltende vietnamesen (und scharen chinesischer touristen) tummelten sich wie uebermuetige kinder m und im wasser, waehrend hinter uns an der strandpromenade bereits die anlage fuer den abendlichen discosound aufgebaut wurde. wir fluechteten.

auf dem weg ins hotel fing uns der „tourorganisator“ b und bat uns mit einem leichten grinsen, in unserem hotel nichts von der gebuchten tur zu sagen. als man dort beim bezahlen der rechnung auch reges interesse an dem weiteren verlauf unserer reise zeigte, wurde uns langsam klar, welch mafioeser sumpf die branche hier doch ist … kampf bis auf den letzten touristen.

am tag der tage fanden wir uns zur verabredeten stunde am rechten platze ein – auch wenn wir unserem turheini ganz sicher die laune verdarben, indem wir lautstark im restaurant fruehstueckten und uns auch (auf penelope ruecksicht nehmend) in englisch darueber unterhielten. mit dem moped gings um drei ecken zur hintersten hafenecke (welch geheimniskraemerei!), noch nie war mein rucksack schwerer und zog mich so sehr nach hinten, und ruf aufs boot. ein loch in der hose behielt ich als triumph von dem eleganten dreher aufs deck. (nein, davon gibt es keine fotos!)

an dieser stelle die preisfrage: welches mag wohl unser boot sein?

 boot1

dieses?

 boot2

oder dieses?

boot3

vielleicht jenes?

boot4

oder gar das hier …?

auch wenn wir sie alle gesehen haben und ich auch ganz sicher das ein oder andere von ihnen gern betreten haette, so kann ich doch mit stolz sagen, es war dieses …

boot unseres 

… das wir irgendwie fuer die paar stunden „unser eigen“ nennen konnten.

ueber die bucxht bleibt wenig zu sagen. beinahe zwei tage lang schipperten wir durch halong- und bai tulong bay, legten an straenden an, assen sea food (3x, 3x lecker … auch wenn es hiess, dass das menu irgendwie … 3x gleich aussah) und planschten im wasser. der rest findet sich irgendwo auf den 400 bilder, die ich gemacht habe. auswahl?

halongfelsen2

 grooooosssse felsen.

halongfelsen1

 weeeeiiiiisssse straende, fuer jeden einen, naja, zwei.

hoehle halong

eine riesige hoehle, gespickt mit stala… naja, steinen von oben und unten … die durch findige guides allerlei schluepfrige ausdeutungen bekamen, aaalten chinesischen schriftzeichen und (angeblich) glueck bringenden steinen, die jeder anfasste und die daher glaenzten, wie es die polierteste glatze nicht vermag.

sonnenuntergang halong

… und natuerlich den „sunset“, der uns zwar im paketpreis versprochen war (kein scherz … ebenso wie der „sunrise“), den aber penelope hart erfechten musste, weil unser lenker, denker und kapitaen es sich nach der (wie er dachte) finalen ankerung sogleich gemuetlich gemacht hatte … wie ueberhaupt nach jeder ankerung, sodass wir ihn stets aus dem tiefschlaf holen mussten, um neue straende, buchten usw zu sehen.

daher der grueblerische gedanken zu den spruechen. in vielen buechern ist von einem idiom der franzosen die rede – „die vietnamesen pflanzen den reis, die kambodschaner schauen ihm beim wachsen zu und die laten hoeren ihm dabei zu. dieses oberschlaue gemurkse ist in meinen augen widerlegt! selten haben ich einen derart arbeitsscheuen menschen gesehen, der nicht nur wenn der anker im wasser war sfort die augen schloss, sondern auch waehrend der kutter tuckerte mitunter bedrohlich schlaefrig dreinschaute. gut nacht!

die fahrt bleibt als erlebnis, rundherum. nicht zuletzt wegen der begleitung von steffi, roman und penelope, mit denen wir viel gelacht haben. zuletzt winkten wir uns aus unseren bussen zu – wir nach haiphong, sie nach hanoi, ahoi.

mz

fghghg

Advertisements

und endlich … die bucht der romanti … huestel … halong bay

gaehn … 4.15 uhr war es, eine zeit, die unsereiner von zu haus eher von durchwachten, -zechten oder zockten naechten kennt, als der wecker sich seinen weg in unsere traeume bohrte und uns aufstehen hiess. auf nach cat ba! hanoi hinter uns lassen, den weg zum meer, nach 6 wochen ein erster blick!

schnell hecheln wir zum zug, auf strassen, die abends zuvor noch unbetretbar waren, weil der froehlich troetende mopedfluss keine ueberquerung zuliess. doch diese halbe stunde scheint die stadt auf wunderbare weise verwunschen, nur fleissige strassenkehrer, jogger und obskure gestalten aller couleur streifen durch hanoi um 5 uhr morgens. der zug war schnell gefunden, der platz auch (wieder findet sich unweit von uns ein in zivil gekleideter soldat mit gewehr – das den anschein macht, noch aus den befreiungskriegen von anno 1813 zu stammen). der zug rollt und wir lehnen uns zurueck. die stadt wird klein, wenn man sie nicht mehr durchlaeuft. das tun derweil andere…

 flitzer hanoi

 nach halb durchtraeumten 2 stunden erreichen wir haiphong – und werden standesgemaess schon am zug abgefangen, ein freundlicher „offizieller“ touristenbetreuer verschafft uns nicht nur die tickets fuer die faehre, welche nur wenige minuten spaeter ablegt, sondern auch den „ritt“ auf dem moped zum hafen. dass er – ein minute ohne feilschergeist genuegt, ohne zuvor verhandelten fahrpreis aufs gefaehrt zu springen – daran seine 2 dollar verdienst macht, geschenkt. wir sitzen auf dem groesseren bock, einem russischen „hydrofoil“ (was auch immer das ist, es gleitet wie ein wasserskifahrer vorn auf zwei brettern ueber dem wasser) … bis zur offenen see. dort erlaubt der kapitaen sich den spass, alle wellen, die reichlich 3-4 meter zwischen berg und tal messen, diagonal anzuschneiden, und schon ist die achterbahn inklusive … 

die freude waehrt nur kurz, keine ganze stunde dauert die fahrt.  aussteigen, visitenkarten sammeln (hello, sir! can i recommend to you … my hotel is the number 8 in the lonely planet … very good …), irgendwohin verschlaegt es uns. cat ba town (wie innovativ!), das aus nicht mehr besteht, als einer langen hafenpromenade, deren „zweispurigkeit“ deutschem autobahnstandard gereicht, und welche gespickt ist mit hotels aller klasse (wobei wohl alles, was sterne vorweist, diese sich selbst gemalt und verliehen hat…). fuer 4 dollar kommt der klassiker (fan, two bed, tv, hot shower) sogar mit hafenblick, fuer mich sogar mit ansicht meiner bezaubernden begleitung…

 franzi im zimmer cat ba

 die stadt ist wahrlich schnell gesehen, doch der strand genuegt vollends … wellen, muscheln und – da cat co 2 einen steg entlang der felsen entfernt vom ueberlaufenen cat co 1 liegt – beinahe einen hauch von einsamkeit.

weg cat co2

schon auf dem boot war uns der hauch des wiener charme entgegengeflogen, der von einem paar auf den vorderen plaetzen ausging … und schon bald begegneten wir roman wieder, der auf der suche nach „frischobst“ die stadt durchstriff. warum nicht gemeinsam?, fragten wir einander.

tags drauf (gelogen: einen weiteren liessen wir zusammen am strand vergehen) wollten wir den weg wagen zum cat ba nationalpark – auf dem motorrad! ungelogen: ich, fahren, moped!

me moped

unbeschreiblich, (noch ein komma, viele punkte, nach luft ringend) einfach ein erlebnis. wenn ich es bisher nicht fertig gebrach habe, mich meinem wunsch zu widmen, ein motorrad plus den (leider) zugehoerigen fuehrerschein zu erwerben, so hat diese flamme ganz sicher neue nahrung erhalten.

sicher, der park war gross und gruen und voll mit dem, was ein dschungel so zu bieten hat (und wir muessen es wissen: einer der parkbetreuer liess es sich nicht nehmen, uns vor unserer tour noch eine powerpoint(!)praesentation ueber den park vorzufuehren … inklusive aller spezies von fauna und flora).

weite gruene cat ba

und er war wirklich gruen.

ein gruen, das erobert werden wollte …

alle drei cat ba

darf ich vorstellen: roman (ein echter wiener), steffi (eine wahlwienerin) und … die eroberin des dschungels: franzi.

erreicht haben wir unser ziel zwar nicht, aber als sieger haben wir uns dennoch gefuehlt, keine frage … die pose inklusive:

 drei steinhalter cat ba

 ehre, wem ehre gebuehrt. doch das mit dem motorrad, … einfach unvergesslich. entlang der kueste zu fahren, den blick (ein auge natuerlich nur, das andere stets auf der strasse) aufs meer, franzi hinter mir zu wissen …

der rest ist … still to come. morgen frueh, 8 uhr, verlaesst unser schiff(chen) den hafen, an bord wir zwei, steffi und roman und penelope (aus frankreich), die gestern abend noch zu uns stiess …

 zwei boote cat ba

na das rechts (hoffentlich, oder so aehnlich … so sah es jedenfalls aus), das links ist eines jener hydrofoil, die sich, wenn sie fahrt aufnehmen, vorn aus dem wasser heben.

und jetzt ist hier schluss, ich weiss, die bilder nehmen im vergleich zum text ueberhand, aber mich zieht es zum wasser, mich und meine fuesse hineinzuhaengen … und dann abends auf unserem balkon sitzend auf die schaukelnde lichterschar zu starren…

schiffe cat ba

bis dann also … mz

deutsch vietnamesische freundschaft, oder wie ich auf den spuren von horst koehler wandelte

naja, wieder auf den letzten druecker. hanoi, hier sind wir. nein, hanoi, hier waren wir. denn schon ist der tag fast hinueder und der neue morgen wird uns gnadenlos aus den federn scheuchen. die tage sind vergangen und die momente ans schreiben zu denken wollten nicht kommen …

zurueck. der „reunification express“ schipperte uns die noch verbliebenen 150 km nach hanoi, mit sagenhafter geschwindigkeit von 48 km/h … ein bisschen wie ein hochsicherheitsgefaengnis kommt er daher, die fenster doppelt gesichert mit einem feinen gitter und herunterfahrbaren metallschienen … und all das gegen das eigene volk, das diesen zug als reines transitfahrzeug betrachtet, welches die beiden enden des landes verbinden, die in ihrem raketenhaften abflug richtung westen die mitte in ihrer armut zurueckgelassen haben. die harmlosere begruendung: schutz vor kindern, die mit steinen schmeissen.

irgendwann fluestert eine englische stimme zwischen den laerm ratternder raeder – und der zug faehrt in hanoi ein … die tueren fliegen auf, leute rennen wild von links nach rechts, unsere ankunft ist besonders interessant. „hello, my friend“, sagt eine stimme, und ich denke „kennen wir uns?“ doch ehe ich zu ende denken kann, habe ich eine visitenkarte in der hand – und wess bescheid. ein bisschen plaudern wir noch, dann lassen wir ihn am eingangstor des bahnhofs zurueck und watscheln selbst ins zentrum, suchen uns ein zimmer in einem der elend hohen, schmalen gebaeude, aus denen fast alles urbane in vietnam zu bestehen scheint…

 baustil

 und marschieren drauf los … raschel, tratsch, lach, quitsch, noek, huup … vrooooooooam, huuuuuuuuuuuuuuuuup, droehhhhhhhn … irgendwann, irgendwann … hoerst du nichts mehr, oder alles scheint zugleich in deinem kopf zu sein. waehrend in thanh hoa die strasse gegen mittag und ab 7 uhr abends erstaunlich leer war, schlaeft hanoi – wie jede gesunde grosstadt – einfach nie. was soll ich sagen, es hat seinen reiz. nur manchmal, spaetestens, wenn der 25. mopedfahrer dich von hinten mit einem martinshorn aus seinem grosszuegig geplanten weg gehupt hat, traeumst du davon, in jackie chan-manier den arm, fuss oder eine stange links oder rechts heraus zu halten und mit schadenfreude den hupie daran baumlen zu sehen … aber sonst …

hat diese stadt vieles … vieles, was sich erwaehnen liesse. das, was den touri interessiert, etwa den kult rund um den grossen befreier: ho chi min, oder uncle ho, wie er hier wohl heisst. hier wohnte er mal:

uncle hos haus

 … wie schoen …

und hier „wohnt“ er jetzt:

 mausoleum

 … wie … gross …

den rest unnachahmlicher touristischer praesenz lasse ich aussen vor, zu gunsten zweier ereignisse, die (scheinbar) waehrend unsere zeit fielen …

so etwa die wahl zur grossen volkskammer der volksrepublik, oder wie das organ hier wohl heissen mag. fuer mich war dies zweifellos ein ereignis, vor allem ein fotografisches …

fahnenmeer hanoi

… gearbeitet wurde auch, vielleicht, ein wenig … vor allem die wahlhelfer hatten offensichtlich alle haende voll zu tun …

wahlhelfer

 und auch jene, die sonst eher europaeer durch die strassen schaukeln durften gen abend – unter offensichtlich massivsten sicherheitsvorkehrungen –  die stimmen des volkes chauffieren. wohin eigentlich?

wahlurne

das schoenste an der wahl war zweifelsfrei die kunst, die irgendein parteiorgan sich hat einfallen lassen, um das volk an die urne zu rufen…

wahlplakat

was in meinen augen jedoch ein wenig fehlte, war die feierliche sonntagsstimmung, die in unseren landen an solchen tagen – es war tatsaechlich sonntag – die luft zu erfuellen scheint. statt dessen war, was immer war – und was offensichtlich tief in der vietnamesischen seele sitzt: business. in dem von adine an franzi verliehenen (und von mir unerlaubter weise in besitz genommenen und laengst verschlungenen) buch von ticciano terzani (richtig?) ist in vielfacher weise von der macher-mentalitaet der kleinen vietnamesischen nachbarn der grossen geschaeftemacher-nation china die rede. vor allem das bild der mobilen reifenreparaturwerkstatt, bestehend aus einer schuessel wasser und einer luftpumpe, ging mir nie aus dem kopf, bis ich sie das erste mal in hanoi sah (und dann wieder und wieder …).

dass es in deutschland seit einigen jahren die ich-ag gibt kann nur, da bin ich sicher, ein import sein. begriffe wie do-it-yourself-man oder start-up-unternehmen koennen nur vietnam ihr paradigma entfalten. der luftpunmpen-mann fehlt in meiner sammlung, aber das:

business 1

 ist ein vollwertiges geschaeft, ebenso wie das:

business 2

dieser mann ist ein ganzes logistikunternehmen …

 toilettenfahrer

 und jener zweifellos ein caterer oberster wichtigkeit … und effizienz:

 bierfahrer

ok, genug.

das zweite ereignis ist ein schatten. irgendwann wurde ich auf die schoenen roten spruchbanner aufmerksam, die heute das botschaftsviertel ueberspannten … und auf denen zu lesen war „herzlich willkommen horst koehler und gattin“. da dachte ich: „warum kann ich das lesen … und woher kenne ich den namen?“ aaaaahhh. und von da an fuehlte ich mich wie zu hause …

fahnen hanoi

und dann taten wir, was jeder gute deutsche tut, wenn er im ausland einen landsmann (fast) trifft: wir stiessen auf ihn an. wenn auch mit dem lokalen nektar: bia hoi.

 franzi beim bier

nicht nur muss er kurz vor (oder nach…) uns durch museum, mausoleum und haus von uncle hu spaziert sein … auch war der literaturtempel gesperrt, als wir ankamen, weil just horst deutsche kultur und vietnamesische mit sicherem blick verglich. so wandelten wir kurz darauf auf noch „deutsch“ hallenden pfaden. welche ehre…

wer weiss, ob haiphong, zu dem wir morgen aufbrechen, das noch toppen kann.

mz

ps: weiss jemand, ob horst koehler tatsaechlich am 22.5. in hanoi war oder ob einfach nur spruchbaender vom vergangenen jahr noch immer ueber der strasse baumelten?

si jow, vietnam! com on.

fuer sprachunkundige: das heisst “ hallo vietnam! danke.“ und wenn mich nicht alles taeuscht, war dies, was der retro-behelmte (imitationen der vietnamesischen armeehelme sind ja sowas von in) vietnamese zu mir sagte, nachdem er 30 dollar fuer unser busticket nach thanh hoa kassiert hatte. here we are. davon abgesehen – ich muss eilen, wir hungern vor uns hin, oder besser franzi neben mir auf dem stuhle – war der weg nach „drueben“ ein echter spaziergang …

grenzuebertritt

(da drueben ist vietnam…)

… und der weg bis thanh hoa nicht minder beeindruckend als der auf laotischer seite. nur eines ist sofort offensichtlich: dass laos nur 6, vietnam hingegen 70 millionen einwohner hat. und: dass der geburtstag des „uncle ho“, wie ho chi minh hier wohl auch heisst, ansteht, fuer den jeder flaggt:

vietnam flaggt

inzwischen sitzen wir in thanh hoa, eine lange strasse, in jeder art laenger und breiter und LAUTER als alle strassen in laos und warten auf morgen, wo uns der „reunification express“ nach hanoi tragen soll. let’s roll!

thanh hoa

ich vergass: das highlight von thanh hoa: le loi, general groszer befreiungskriege…

mz

the hidden city oder, wie der masterplan sagt: victory city

liebe bastelfreunde,

die rede ist natuerlich von vieng xai, dem ort grosser laotischer geschichte, von welchem aus das grossartige laotische volk seinen siegeszug ueber das amerikanische imperialistische ueberheer antrat – und dies jahrelang unter der erde. eigentlich hatte ich ja schon nicht mehr zu hoffen gewagt, dieses fleckchens ansichtig zu werden, da wir so lange die noerdlichere strecke ueber dien bien phu (dann eben den ort groszer vietnamesischer triumphe…) praeferierten, doch es kam anders. nach dem kurzen stop in sam neua stiefelten wir zwei mueden wanderer am montag morgen um 7 uhr den huegel zum busbahnhof hinauf (nur um ihn dann 15 minuten spaeter im bus wieder hinunter zu fahren, wie schoen) und schwangen uns in den truck nach vieng xai. mit nur 3 mitreisenden versprach dies eine gemuetliche kurze fahrt zu werden. 30 minuten ueber den huegel, schwups… war der reifen wieder hinueber. oder fast, oder irgendwie. der fahrer stieg aus, schimpfte ein wenig, telefonierte, borgte sich ein messer, schnitt etwas vom reifen – immer ein beruhigender umstand – und fuhr (langsam, zum glueck!) weiter. im naechsten dorf lieh er sich dann eine saege, schnitt nochmal etwas aus dem reifen (offensichtlich ein teil des mantels, das sich geloest hatte) und fuhr wiederum weiter (diesmal schnell, oh schreck!). doch zum glueck kamen uns kurz darauf zwei kleinen helfer auf einem moped entgegen, die offensichtlich das georderte ersatzrad brachten. schnell gewechselt ging es bald weiter, der truck wurde auch noch voll, also WIRKLICH voll:

truck nach vieng xai

und die stadt sagenhafter, kaum 30 jahre alter laotischer geschichte hiess uns willkommen. wenn auch etwas schlaefrig.  so wurde er doch fuer 3 tage ein gemuetliches heim, das franzi zu einer ordentlichen magenungereimtheit nutzteund ich … zum fotos machen:

freundschaft

so fand ich nicht nur die allpraessenten spuren laotisch-sowjetischer freundschaft, von der sich ganz offensichtlich nur der materialistische teil der swojetunion aufgeloest hat. hier feiert man diese verbindung noch immer, ernsthaft. aber auch …

deutsch

die deutschen machen sich einen namen. offensichtlich raeumt unsereiner auch seit 2000 fleissig minen in der region, wie man uns spaeter berichtete … hier bauen wir nur die strasse in die zukunft – nach vietnam.

was dies denmenschen indes bringt, ist ungewiss. denn derweil sagen sich in der einstigen zentrale der pathet lao (befreiungsarmee, woertlich: land der lao) nicht nur fuchs und hase gute nacht und wird, wie mein herr grosspapa zu sagen pflegt, der mond mit der stange weiter geschoben, sondern fuehrt man das liebe vieh gassi:

schwein ausfuehren

und laesst den siegsieg sein und bemaechtigt sich eher selbstverstaendlich denn frech seinermonumente:

jugendmonument

davon haben wir uns, nachdem sich franzi vom krankenlager zurueckgekaempft hatte, natuerlich nicht schrecken lassen. wie sollten wir schliesslich all die freundlichen fragen beantworten, die da staendig kamen („did you see the caves…?“)? also hiess es hinab, oder besser hinauf in die hoehlen, in denen sich nicht nur die fuehrer (allerdings waren 5 der sechs fuer besucher frei gegebenen hoehlen jene der politischen fuehrer, kleine ausbetonierte loechelchen, vor welche man mehr oder minder protzige haeuser gesetzt hatte, die nicht fisch nicht fleisch keine echten monumente hergaben, seltsam.), sondern auch tausende menschen vor den amerikanischen bomben verborgen hielten. (immerhin wurden auf laos von den amerikanern mehr bomben abgeworfenals auf ganz europa waehrend des zweiten weltkrieges)so strolchten wir herum und hinein …

franzi in hoehle

und liessen uns von unserem fuehrer – einem „echten“ hmong, eine der vielen ethnischen gruppen in laos – nicht nur die eigenheiten der hoehlen erklaeren (everybody here was a soldier, yes, yes!), sondern auch ueber sich und seine familie …

bleibt nur, vorerst laos auf wiedersehen zu wuenschen, den freunden zu winken und zu schauen, wie vietnam  sich uns zeigt.

freunde in vieng xai

mz

des naechtens reisen die geister

da sind wir wieder. puenktlich wie die maurer sassen wir im restaurant unserer wahl am strassenrand und schaufelten eilig bis um 7 unser letztes mahl in uns hinein, die augen fest auf den punkt an der strassenbeuge gerichtet, wo in baelde der bus auftauchen sollte. der freundliche gastwirt hatte gar ein schild entworfen, das (so hoffe ich noch immer)  uns als fahrwillige nach sam neua auswies …

es wurde halb acht … und der bus AUS sam neua, der ein wenig frueher anzukommen pflegte (wer ein paar tage in einem solchen ort verweilt, weiss derlei abwechslung zu schaetzen), kam, spuckte einige traveller aus und fuhr davon. darunter auch ein franzoesisches paerchen, welches sich kurz darauf zu uns setzte und wir so die zeit mit plauderei vertreiben konnten. der franzoesische bummler, der sogar deutsch sprach und seine freundin hatten sich 4 monate mit einem segelboot in tropischen gefilden herumgetrieben, ehe sie – vom erloes des verkauften bootes – durch SOA zu tingeln begannen. irgendwann bemerkte ich, dass der sohn des gastwirtes, der wohl abgestellt war, mit (und fuer) uns auf den bus zu warten, still kicherte – weil er uns verstand. so verwickelte ich ihn in unser gespraech … und es war allerhand aus ihm herauszuholen (leider zu viel fuer hier, doch so kommen wir der seele laos‘ langsam naeher)…

zeit verrann und wie es sich gehoert, donnerte irgendwann der bus um die ecke und wir waren drin. einmal winken, hops davon!

die erste stunde verbrachte der bus mit gelegentlichen stops – ueberall steigt, auch mitten in der nacht, jemand aus oder zu – und einer kraxelei in die huegel zu. wenn die erste steigung von 10% auf einen bus zukommt, der auf dem dach soviel traegt, wie er selbst fast schon hoch ist, geht es ans eingemachte! bergab moegen sie 60 km/h fahren, doch hoch maximal 5!

wir sassen gerade gemuetlich, als die inzwischen fast obligatorische reifenpanne angesagt war, jeder sich aus dem fenster luemmelte, um den spass nicht zu verpassen oder einfach auf der strasse sitzend dem schauspiel beiwohnte. da wollte auch ich nicht hintanstehen und setzte mich dazu, schoss ein foto …

panne nach sam neua

und stellte das wasser beiseite. doch welche freude, als ich auf dem weg zurueck in den bus etwas kuehles auf meinem ruecken spuerte und kurz darauf einen blutegel in der hand hatte, der, gar nicht faul, versuchte, sich auf meinem fingernagel festzusaugen … so schnell war ich selten im bus und hatte vorerst genug vom aussteigen. der egel, der von unserer sitznachbarin ins businnere fortgeschnipst, dann langsam die tuer (zielsicher in unsere richtung) hinaufgekrochen kam, bescherte auch franzi ihren anteil …

besser wurde es nur, als ich einmal mehr des jungen soldaten ansichtig wurde, der in laos jeden bus als geleitschutz begleitet – und welcher wiederum kaum aelter als 16 zu sein schien (!). irgendwann aus dem ruettelschlaf geschreckt gewahr ich zwei maenner, die den bus bestiegen und wild gestikulierten und erzaehlten … kurz darauf sprang der „guy with the gun“ aus dem bus … mir wurde anders. auch wenn es wohl kaum mehr als eine pinkelpause und zwei weitere passagiere waren, waren um mich weit mehr (phantastische) gestalten zu gange …

den rest der dunstigen nacht verbrachte ich im halbschlaf, den selten klaren blick auf der kalaschnikow des halbwuechsigen, der sie wie eine luftpunmpe auf dem schoss vor sich hin schlummerte.

auch diese reise hatte ein ende und wir fuhren am morgen in sam neua ein, quartierten uns auf anhieb im besten guesthouse der stadt ein (wir haben das spaeter kontrolliert, es war das beste!) – und wurden, noch bevor wir die tuer geschlossen hatten, von dem freundlichen jungen lao zur hochzeit seiner schwester eingeladen …

diese stellte sich dann zwar als verlobung/“verhandlung ueber den brautpreis-party heraus, hatte jedoch nicht weniger lao-flair fuer uns uebrig. nach einer kurzen stadtpirsch gesellten wir uns unauffaellig an den rand des geschehens und der juniorgastgeber liess es sich nicht nehmen, uns an den tisch seiner freunde zu platzieren … von denen einer sich unser annahm, uns speisen und laotische trinksitten (und schlechte witze) offerierte, bis wir bedrohlich wankend von bier und uebermuedung in unser zimmer fluechteten…

nong khie(a)w, das fleckchen am ende … der bruecke

hallo,
wie ich sehe, sind ein paar tage vergangen, naja, manchmal fliegt es so vorueber wie … nein, keine abgedroschenen phrasen an dieser stelle. es bleibt, da wir heute, hier den 18.05. schreiben wieder nur der blick zurueck, den ich aus dramaturgischen gruenden in appetitliche haeppchen teile – und raffen muss, da auch die guetlichen vietnamesischen internettarife keine tolkienformate erlauben …

der vorangegangene blog sprach wahr: wir fuhren nach nong khiaw. aber wie! gemuetlich wie inzwischen (in laos) gewohnt, marschierten wir zum bus, setzten uns … in den bus. denn jeder platz, auf dem nicht weniger als ein hintern sitzt, wird geraeumt und neu besetzt. ein, zwei mal draengelte ich mich noch raus, ein wenig sticky rice hier, ein wenig rumlaufen dort… doch dann rueckte die abfahrtszeit naeher und da bleibt man doch lieber sitzen … die zeit verging … und wir saszen. doch der bus war voll! worauf warten? weisz der … eine gute halbe stunde verspaetet (ich weisz, christian, das ist noch gar nichts) setzt sich das gefaehrt in bewegung. doch schreck! der fahrer machte eher den eindruck eines 15jaehrigen unter alkoholeinfluss und liess nichts gutes ahnen. und tatsaechlich (ich sage nicht, dass dergleichen ahnungen stets wahr werden!): schon die ersten schlagloecher, die unser minischumi im galopp nahm, liessen uns unter die niedrige busdecke huepfen. all das liesse sich unter fahrspass in der achterbahn abhaken,und wir haetten genauso aus derwaesche geschaut, wie die kleine auf unsere …

maedchen in huette

… waere nicht nach ca. 1,5 stunden ein reifenwechsel faellig geworden. welch ein spass! zudem liesz der pistenrowdy (hier bewies er weitsicht) es sich nicht nehmen, in pak mong, ca. 20 km vor unserem ziel, seinen kaputten reifen flicken zu lassen. so streckte sich der katzensprung von oudomxai nach nong khiaw auf gute 6 stunden bussitze. sowas kommt von sowas … und sowas dabei heraus:

wir zwei im bus

doch der ritt hatte sich gelohnt! ein kleines staubiges paradies auf zwei seiten eines flusses mit kleinen bambushuetten am ufer der einen seite, deren eine wir sofort in besitz nahmen. und nichts taten. keine tour, kein boot, keine fahrraeder, nichts. essen, schlafen, lesen, essen … fuer ganze 2,5 tage. nicht viel, aber gut. wie immer ist mehr als das gute oder (allzu) anstrengende aus meinem gedaechtnis verschwunden und so bleibt mir von diesem ort nur das angenehme gefuehl, dass geborgenheit mitunter aus dem nichts entsteht, manchmal nur der abstinenz von zuviel anspannung bedarf. ein paar ausgedehnte spaziergaenge durch eine stadt, die wie so oft in laos, eher ein dorf ist, jungs die kataw spielen auf dem hinterhof, hunde, die den wat bissig verteidigten, sodass die einzige kultstaette des ortes ohne unseren besuch auskommen musste – und viel gutes essen: in der glutsonne, an fruehen morgen (nicht zu frueh…) und unter sternen,

blick am abend nong khiaw

stets im schatten des groszen berges, der seine gewaltigen schultern (ich habe irgendwann begonnen, einen ruhenden riesen in ihm zu sehen) ueber dem dorf auspannte.

brueckenblick nong khiaw

ach, und ehe ich es vergesse: schon jetzt kuere ich das beste klo (den besten klo-blick) der reise. bitte schoen:

lieblingsklo nong khiaw

irgendwann begannen wir uns fuer die weiterfahrt zu interessieren (eigentlich haben wir uns nie nicht interessiert, aber spannend wurde es am letzten abend)…

wir hatten laengst herausgefunden, dass uns eine busfahrt von irgendwas zwischen 9 und 14 stunden fuer die fehlenden gut 200 kilometer nach sam neua bevorstand, wobei der bus, der aus vientiane (auch schon gut 12 stunden) kommend gegen 7-9 uhr abends das dorf passieren sollte … ahoi!

mz