vang vieng … und nun noch mehr

salut,

so kann man sich hier ja in aller seelenruhe auch vorstellen, schlieszlich sind die spuren franzoesischer kolonialitaet allenthalben zu spueren. so ziemlich jedes steinhaus, das aelter als 20 jahre ist, hat franzoesiche wurzeln (auch wen ich unlaengst lesen durfte, dass sie eigentlich von „importierten“ vietnamesen gebaut wurden), jedes fruehstueck mit ba-get (baguette) und pa-tee (pate) ist imperiale hinterlassenschaft, die inzwischen von dessen kleinem bruder toruismus nicht nur aufgenommen, sondern noch um pizza, hamburger und wiener schnitzel erweitert wurde. wer ein bisschen sucht, findet aber eine strasse weiter die garkueche, in der sich hinz und kunz (vielleicht ein bisschen anders geschrieben) treffen, zu denen man sich ebenso frech wie schuechtern setzen kann und die gleiche suppe loeffeln, die sie bekommen. erstaunlich, dass beide lokalitaeten (etwa luang prabang pizza und die namenlose garkueche) nur wenige meter auseinander liegen…

anyway, back to business. ein wenig habe ich aufzuholen, mich selbst einzuholen, den sprung durch vang vieng und von dort nach luang prabang zu vollziehen.

wer den gemuetlichen weg zum busbahnhof talat sao in vientiane gemacht hat und sich dort unbedraengt in einen bus setzt, der lautstark von schaffner ausgerufen wird, fuehlt man sich pudewohl. solange, bis die dicke dorfmatrone, die den halben morgenmarkt aufgekauft hat, ihre in einem guten dutzend koerben verpackten waren in den bus verfrachten laesst, wo sie notduerftig imgang angebunden werden, inclusive der noch (!) lebenden fische und des nicht mehr (!) lebenden fleisches (in einer plastiktuete mit eis darueber … irgendwann, mit seelenruhe, ertoent die schiffsirenenhupe, der bus huepft ein paar meter, letzte passagiere springen hinzu, ein letztes mal ruft der gutgelaunte bordmanager (schaffner?) „vang vieng“ und „viang veng“ … und los geht’s. ach nein, die matrone springt noch einmal ab, besorgt sich was fuer unterwegs, etwa dort:

baguettes vientiane

man koennte ja einmal vorsichtig an dem schoen knusprigen baguette unten rechts ziehen…

3-4 vergnuegliche stunden spaeter, die den hauch des lokalen und doch abenteuerlichen tragen (jedes einzelne ueberholmanoever, das in deutschland den verlust des fuehrerscheins zur folge haette, ist ein spass fuer sich) wirft man uns auf einem staubigen streifen von ca. 500 meter laenge hat – der flugplatz. wann hier das letzte mal ein flugzeug landete, frage ich nicht, besser so. hops in ein tuk tuk und hin zum erstbesten guesthouse, 6 dollar die nacht. ein gang durch den ort, der seinen namen wohl bald in tube city aendern wird, offenbart die angepriesenen „TV bars“, in denen parallel diverse episoden von friends laufen (fuehelen sich da fellow-freaks gleich angezogen?) oder auch wahlweise alle spiele der premiere league zu haben sind. man trinkt gemuetlich ab 10 uhr beer lao und wartet, bis die ersten tube-busse autoreifen und willige zusammen den fluss aufwaerts bringen.

wir entscheiden uns fuer ein erstes handgewebtes tuch fuer jeden und ein dinner mit flussblick (als einzige, nur weil das restaurant nicht auf der hauptstrasse lag…).

tags darauf war kindertag, jedenfalls fuer uns – zwei bikes (geschaetzte) groesze 20, und los gings ins umland, wo meherere hoehlen zum tiefgang einluden. eine rechte schinderei, also ganz nach unserem geschmack. zwischendurch gab es ein lustiges wettrennen mit zwei moenchen aus vientiane, das wir leider verloren, weil ich das fotografieren nicht lassen konnte. (in dieser gestalt erinnerte mich unsere tour an eine der ersten fahrten der groszen schleife in frankreich vom anfang des 20. jahrhunderts, als die kombattanten noch gentlemenlike aufeinander warteten bei einem gemuetlichen glas wein…)zwei moenche in vang vieng

nicht nur an diesem tag trafen wir sie drei mal, auch tags drauf ueberholten sie uns, als wir uns fuer die wanderung per pedes entschieden haten (die wir nach 10 km entlang der strasse 13 aufgaben, zu mittag aszen und umkehrten). ein „spaziergang“, der uns wieder viel uebung im winken und den basics laotischer sprache bescherte- sabai-dee usw.

stolzer biker

neben vielen anderen bleibt mir dieser stolze radfahrer. manchmal bringt der eigene schritt vieles naeher …

die zwei folgenden naechte verrbrachten wir in eionem bungalow eines eil-norwegers, der dem regnerischen stavanger sener heimat norwegen den ruecken gekehrt hatte, um in seinem paradies hemdlos herumlaufen zu koennen. am morgen unserer abfahrt war der himmel verhangen, nachdem es die ganze nacht geregnet hatte und die blueten im garten unseres gastgebers waren „frisch gewaschen“:

bluetenregen

da man in einem ort wie diesen die touristen nicht nur waehrend ihres aufenthalts, sondern auch auf ihren weiteren wegen gut umsorgt wissen will, war es eine wahre qual, die abfahrtszeit des „local busses“ zu erfahren, der taeglich mehrmals von vang vieng nach luang prabang faehrt. einiges ausgeschwitzt haben wir sicher, doch der bus kam und neben uns hatte auch ein langgereister australier den mut, den aneboten fuer einen expressbus zu widerstehen (der zwar vor uns abfuhr, luang prabang jedoch einiges nach uns erreichte – soviel zu „express“). die 6-stuendige fahrt war eie weitere steigerung zu jener nach vang vieng, entlang einiger der hoechsten berge von laos (glaube ich…) und vieler kleiner doerfer.

berg in den wolken

nun, da wir in luang prabang sind (nicht minder besucht, als die beiden anderen laotischen staedte unserer tour), suchen wir neue strassen im abseits und menschen, mit denen wir im bereich des einmal eins und vielfingriger hand-und-fuss-sprache kommunizieren koennen…

zu den erfolgen spaeter.

sabaidee,mz

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2 Antworten

  1. Schicksalsberg, nur ein wenig gruener, wuerde ich sagen.

  2. schön zu lesen, dass ihr voran kommt. die bilder sind unglaublich. mehr bilder von franzi! mehr bilder von dir! wir wollen euch in den schicken neuen handgewebten tüchern sehen und den beweis für den sonnenbrand (den man sich hier auch gerade zuziehen kann, als kältegewohnter mitteleuropäer)
    also weiter so. gaaanz liebe grüße 🙂 trinkt einen grüntee für mich mit.

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