des naechtens reisen die geister

da sind wir wieder. puenktlich wie die maurer sassen wir im restaurant unserer wahl am strassenrand und schaufelten eilig bis um 7 unser letztes mahl in uns hinein, die augen fest auf den punkt an der strassenbeuge gerichtet, wo in baelde der bus auftauchen sollte. der freundliche gastwirt hatte gar ein schild entworfen, das (so hoffe ich noch immer)  uns als fahrwillige nach sam neua auswies …

es wurde halb acht … und der bus AUS sam neua, der ein wenig frueher anzukommen pflegte (wer ein paar tage in einem solchen ort verweilt, weiss derlei abwechslung zu schaetzen), kam, spuckte einige traveller aus und fuhr davon. darunter auch ein franzoesisches paerchen, welches sich kurz darauf zu uns setzte und wir so die zeit mit plauderei vertreiben konnten. der franzoesische bummler, der sogar deutsch sprach und seine freundin hatten sich 4 monate mit einem segelboot in tropischen gefilden herumgetrieben, ehe sie – vom erloes des verkauften bootes – durch SOA zu tingeln begannen. irgendwann bemerkte ich, dass der sohn des gastwirtes, der wohl abgestellt war, mit (und fuer) uns auf den bus zu warten, still kicherte – weil er uns verstand. so verwickelte ich ihn in unser gespraech … und es war allerhand aus ihm herauszuholen (leider zu viel fuer hier, doch so kommen wir der seele laos‘ langsam naeher)…

zeit verrann und wie es sich gehoert, donnerte irgendwann der bus um die ecke und wir waren drin. einmal winken, hops davon!

die erste stunde verbrachte der bus mit gelegentlichen stops – ueberall steigt, auch mitten in der nacht, jemand aus oder zu – und einer kraxelei in die huegel zu. wenn die erste steigung von 10% auf einen bus zukommt, der auf dem dach soviel traegt, wie er selbst fast schon hoch ist, geht es ans eingemachte! bergab moegen sie 60 km/h fahren, doch hoch maximal 5!

wir sassen gerade gemuetlich, als die inzwischen fast obligatorische reifenpanne angesagt war, jeder sich aus dem fenster luemmelte, um den spass nicht zu verpassen oder einfach auf der strasse sitzend dem schauspiel beiwohnte. da wollte auch ich nicht hintanstehen und setzte mich dazu, schoss ein foto …

panne nach sam neua

und stellte das wasser beiseite. doch welche freude, als ich auf dem weg zurueck in den bus etwas kuehles auf meinem ruecken spuerte und kurz darauf einen blutegel in der hand hatte, der, gar nicht faul, versuchte, sich auf meinem fingernagel festzusaugen … so schnell war ich selten im bus und hatte vorerst genug vom aussteigen. der egel, der von unserer sitznachbarin ins businnere fortgeschnipst, dann langsam die tuer (zielsicher in unsere richtung) hinaufgekrochen kam, bescherte auch franzi ihren anteil …

besser wurde es nur, als ich einmal mehr des jungen soldaten ansichtig wurde, der in laos jeden bus als geleitschutz begleitet – und welcher wiederum kaum aelter als 16 zu sein schien (!). irgendwann aus dem ruettelschlaf geschreckt gewahr ich zwei maenner, die den bus bestiegen und wild gestikulierten und erzaehlten … kurz darauf sprang der „guy with the gun“ aus dem bus … mir wurde anders. auch wenn es wohl kaum mehr als eine pinkelpause und zwei weitere passagiere waren, waren um mich weit mehr (phantastische) gestalten zu gange …

den rest der dunstigen nacht verbrachte ich im halbschlaf, den selten klaren blick auf der kalaschnikow des halbwuechsigen, der sie wie eine luftpunmpe auf dem schoss vor sich hin schlummerte.

auch diese reise hatte ein ende und wir fuhren am morgen in sam neua ein, quartierten uns auf anhieb im besten guesthouse der stadt ein (wir haben das spaeter kontrolliert, es war das beste!) – und wurden, noch bevor wir die tuer geschlossen hatten, von dem freundlichen jungen lao zur hochzeit seiner schwester eingeladen …

diese stellte sich dann zwar als verlobung/“verhandlung ueber den brautpreis-party heraus, hatte jedoch nicht weniger lao-flair fuer uns uebrig. nach einer kurzen stadtpirsch gesellten wir uns unauffaellig an den rand des geschehens und der juniorgastgeber liess es sich nicht nehmen, uns an den tisch seiner freunde zu platzieren … von denen einer sich unser annahm, uns speisen und laotische trinksitten (und schlechte witze) offerierte, bis wir bedrohlich wankend von bier und uebermuedung in unser zimmer fluechteten…

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