the hidden city oder, wie der masterplan sagt: victory city

liebe bastelfreunde,

die rede ist natuerlich von vieng xai, dem ort grosser laotischer geschichte, von welchem aus das grossartige laotische volk seinen siegeszug ueber das amerikanische imperialistische ueberheer antrat – und dies jahrelang unter der erde. eigentlich hatte ich ja schon nicht mehr zu hoffen gewagt, dieses fleckchens ansichtig zu werden, da wir so lange die noerdlichere strecke ueber dien bien phu (dann eben den ort groszer vietnamesischer triumphe…) praeferierten, doch es kam anders. nach dem kurzen stop in sam neua stiefelten wir zwei mueden wanderer am montag morgen um 7 uhr den huegel zum busbahnhof hinauf (nur um ihn dann 15 minuten spaeter im bus wieder hinunter zu fahren, wie schoen) und schwangen uns in den truck nach vieng xai. mit nur 3 mitreisenden versprach dies eine gemuetliche kurze fahrt zu werden. 30 minuten ueber den huegel, schwups… war der reifen wieder hinueber. oder fast, oder irgendwie. der fahrer stieg aus, schimpfte ein wenig, telefonierte, borgte sich ein messer, schnitt etwas vom reifen – immer ein beruhigender umstand – und fuhr (langsam, zum glueck!) weiter. im naechsten dorf lieh er sich dann eine saege, schnitt nochmal etwas aus dem reifen (offensichtlich ein teil des mantels, das sich geloest hatte) und fuhr wiederum weiter (diesmal schnell, oh schreck!). doch zum glueck kamen uns kurz darauf zwei kleinen helfer auf einem moped entgegen, die offensichtlich das georderte ersatzrad brachten. schnell gewechselt ging es bald weiter, der truck wurde auch noch voll, also WIRKLICH voll:

truck nach vieng xai

und die stadt sagenhafter, kaum 30 jahre alter laotischer geschichte hiess uns willkommen. wenn auch etwas schlaefrig.  so wurde er doch fuer 3 tage ein gemuetliches heim, das franzi zu einer ordentlichen magenungereimtheit nutzteund ich … zum fotos machen:

freundschaft

so fand ich nicht nur die allpraessenten spuren laotisch-sowjetischer freundschaft, von der sich ganz offensichtlich nur der materialistische teil der swojetunion aufgeloest hat. hier feiert man diese verbindung noch immer, ernsthaft. aber auch …

deutsch

die deutschen machen sich einen namen. offensichtlich raeumt unsereiner auch seit 2000 fleissig minen in der region, wie man uns spaeter berichtete … hier bauen wir nur die strasse in die zukunft – nach vietnam.

was dies denmenschen indes bringt, ist ungewiss. denn derweil sagen sich in der einstigen zentrale der pathet lao (befreiungsarmee, woertlich: land der lao) nicht nur fuchs und hase gute nacht und wird, wie mein herr grosspapa zu sagen pflegt, der mond mit der stange weiter geschoben, sondern fuehrt man das liebe vieh gassi:

schwein ausfuehren

und laesst den siegsieg sein und bemaechtigt sich eher selbstverstaendlich denn frech seinermonumente:

jugendmonument

davon haben wir uns, nachdem sich franzi vom krankenlager zurueckgekaempft hatte, natuerlich nicht schrecken lassen. wie sollten wir schliesslich all die freundlichen fragen beantworten, die da staendig kamen („did you see the caves…?“)? also hiess es hinab, oder besser hinauf in die hoehlen, in denen sich nicht nur die fuehrer (allerdings waren 5 der sechs fuer besucher frei gegebenen hoehlen jene der politischen fuehrer, kleine ausbetonierte loechelchen, vor welche man mehr oder minder protzige haeuser gesetzt hatte, die nicht fisch nicht fleisch keine echten monumente hergaben, seltsam.), sondern auch tausende menschen vor den amerikanischen bomben verborgen hielten. (immerhin wurden auf laos von den amerikanern mehr bomben abgeworfenals auf ganz europa waehrend des zweiten weltkrieges)so strolchten wir herum und hinein …

franzi in hoehle

und liessen uns von unserem fuehrer – einem „echten“ hmong, eine der vielen ethnischen gruppen in laos – nicht nur die eigenheiten der hoehlen erklaeren (everybody here was a soldier, yes, yes!), sondern auch ueber sich und seine familie …

bleibt nur, vorerst laos auf wiedersehen zu wuenschen, den freunden zu winken und zu schauen, wie vietnam  sich uns zeigt.

freunde in vieng xai

mz

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2 Antworten

  1. Ist das auf dem Mienenschild tatsaechlich deutsch oder hat das Vertrauen in die Sprache mal wieder nicht gereicht und wurde auf Englisch zurueckgegriffen?
    Der Text zeigt mir mal wieder eines meiner groszen Wissensloecher. Die Geschichte von Laos bei mir blank.

  2. no problem mein guter, das war sie bei mir auch. inzwischen aendert sich das, aber auch nur ueber dritte. ich bin mir recht sicher, dass alles, was ich bisher ueber laos las, nicht von laoten gesagt, geschrieben oder dokumentiert wurde… wer weiss, was sie selbst zu sagen haetten. wenn da nicht noch der zensor waere…

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