wasser von allen seiten

mit der eigenen entdeckungsreise waren die „resourcen“ jedoch noch keineswegs erschoepft – und tags drauf wollten wir uns gemeinsam mit einer gruppe verwegener hollaender auf einer vom guesthouse angebotenen tour noch ein bisschen mehr zeigen – u.v.a. erklaeren – lassen. eine tee- und eine kaffeeplantage, mehrere wasserfaelle und doerfer … bis das auge ueberlaeuft. und nicht nur das …

von den wasserfaellen war zwar der erste mit seiner fallhoehe von 120 m der superlativere, beeindruckender jedoch bei weitem der zweite. warum? weil man bis auf wenige meter an ihn herankommt, ja in dem sammelbecken unterhalb des falles schwimmen kann … touch it, feel it … wer kann da noch widerstehen.

 grosser fall

 ja, es gibt ein bild von mir in den kuehlen fluten, aber das, ja das wird noch auf sich warten lassen …

noch anderes gewaltiges legte sich in unseren weg, gerade als wir uns zum lunch setzten …

schwein

doch als eigentlich gewalt erwiesen sich alsbald die wassermassen, nicht jene, die an felsen hinabrinnen, sondern die aus vollen eimern vom himmel kamen. trotz ueberdachtem truck, trotz regenschirmen unter selbigem und trotz regenjacken war irgendwann fast alles nass (ich bin sicher, unsere paesse in den plastiktueten waren trocken und zufrieden). doch tour ist tour und so liessen wir uns auch das dorf der „animisten“ nicht entgehen, wo man fuer jedes familienmitglied eine sarg herstellt, lange bevor derjenige das zeitliche segnet. diese liegen dann jahrelang unter dem haus und warten auf den einen tag …

raucherdorf

derweil man oben drueber sitzt – und sein leben lang tabak und zuckerrohr durch eine „bambusbong“ (eine roehrenartige pfeife, die ziemlich arg an kifferfilme erinnert) raucht. man scheint es kaum erwarten zu koennen …

mein persoenlicher favorit ist dieser „regenfaenger“ …

wasserfaenger

da sind noch viele gesichter, deren geschichten z.T. den weg auch in das bild gefunden haben, so scheint mir, doch die muessen warten. der tag war viel zu lang und am abend dachte ich, es legt mich nieder. doch wie sich tags drauf herausstellte, war es franzi, welche die erkaeltung als souvenir mit sich nahm, so dass wir unfreiwillig ruhetage einlegen. erholsam.

mz

wenn leute 27 werden …

… keine ahnung, was sie dann tun.

ich jedenfalls – und die franzi mit mir -, wir nahmen uns etwas schoenes vor. klar, in der ferne kann zum einen alles schoen sein und zum anderen kann man sich das schoene nicht aus der nase ziehen, sprich: herzaubern. aber nach so vielen wochen (ganz ehrlich, seit ein, zwei wochen hab ich den ueberblick verloren …) wissen wir schon um ein paar „schoen“-garantien. eine davon ist – zumindest fuer mich – die entdeckungsreise auf dem moped. es muss zwar nicht immer die nord-sued-durchquerung des landes sein, jede tour, je langsamer um so besser. weil auch ich dann was sehe.

das machte die entscheidung leicht, da es zudem in der umgebung von pakse eine anzahl doerfer gibt, die in den augen von leuten, die es wissen sollten (huestel … lonely planet), eine blick wert sind. rauf aufs bike und ….. haaaaalt! man ist hier vorsichtig. nicht nur bekommt, wer ein busticket – etwa von savannakhet nach kase – kauft, einen umfangreichen bogen papier an das kleine billet getackert, welches darueber auskunft gibt, dass man … oder besser die hinterbliebenen … im falle des eigenen ablebens (in folge eines busunfalls) von der busgesellschaft satte 35.000.000 KIP ausgezahlt bekommt. immerhin satte 1.750 euro. auch dasausleihen eines mopeds ist mit nicht unerheblichem aufwand verbunden … unterschriften, fuehrerschein etc. … und ein helm:

 rosa helmet

 derart gut ausgestattet machten wir uns nach einem ausgiebigen fruehstueck auf den weg nach ban sapphai, ein dorf ein paar kilometer noerdlich, wo man … den eingeborenen an sich … am webstuhl … in urspruenglicher pose … nein. ein dorf aus holzhaeusern, zwei wats, ein paar holzverschlaege, in denen seidenstoffe auslagen – und ein hund, welcher uns die ganzen zwei stunden unserer dorfwanderung nicht mehr von der pelle wich. auch nicht, als wir durch ein wat schlendernd von einem in vientiane lebenden touristguide in ein gespraech verwickelt wurden. seine eroeffnungsfragen drehten wir geschwind um und nutzten die chance, den freundlichen lao ueber den buddhismus – und seine spezifische laotische form (naja, was eben zu erfahren war) – auszuquetschen. der ewig knipsige matthias bekam sogar eine erlaubnis (eine der wenigen, denen tausende bilder gegenueberstehen. ich schaeme mich … ein wenig), den onkel unseres gespraechspartners zu fotografieren. ohnehin wuerdevoll aussehend nahm dieser noch haltung an, wer kann da schon widerstehen…

ban sapphai moench

die ganze „bande“ von novizen konnte ich mir natuerlich auch nicht entgehen lassen, aber ein paar kostbarkeiten muessen natuerlich auch noch uebrigbleiben.

damit nicht genug setzten wir uns daraufhin einen wasserfall auf den „speiseplan“ … der sich allerdings ob der gerade erst einsetztenden regenzeit noch als ein kleines plaetschern denn ein rauschen erwies. immerhin waren so die felsen, ueber welche mit sicherheit in einigen wochen wahre wassermassen sich ergiessen, noch zu erklettern …

kleiner fall

weniger wasser bedeutete in diesem fall jedenfalls einen freien blick auf franzi, die sich statt mit mir in die (halb)tiefen des wasserfalls zu kraxeln lieber mit den picknickenden locals unterhielt – dabei jedoch die vielen einladungen ablehnen musste, an diversen koestlichkeiten zu knabbern. der empfindliche magen, die arme.

doch unser essen, das kann ich sagen, war keinen deut schlechter und kein bisschen weniger exotisch – fuer laotische verhaeltnisse. im hoch gelobten delta coffee (wieder mal lonely planet) liess sich – ungeachtet des sparsam anmutenden namens – hervorragend italienisch essen. und was waere einem geburtstagsessen angemessener als die kostbarkeiten fremder kueche in fremden landen? guten abend.

mz

das land, aus dem das land seinen kaffee hat

so, lange nicht gemeldet und doch so viel internet. das, was man normalerweise zu haus macht, ist hier angesagt – reise buchen. da wir die letzten zwei wochen als aussteiger dahinvegetieren wollen – und das mit klasse – war inzwischen viel recherche angesagt. in @d@m’s internetcafe … welch innovativer name. nun ist es fast geschafft und ich will rechenschaft davon ablegen, dass dies nicht alles war, was wir derzeit treiben.

die fahrt von savannakhet nach pakse … mhm. endlich wieder local bus, endlich wieder das geklapper und geruckel alter busse, die bei uns nach 10 metern von der ersten streife aus dem verkehr gezogen wuerden. und das durch die unend … huestel … die gruenen weiten des „lao lowland“, wo die lao loum, die – wer weiss es? – , ja, die „lowland lao“ wohnen. von den annaehernd 100 bilder, die ich waehrend der, wie ich finde, schoensten busfahrt unserer bisherigen reise geschossen habe, will ich euch vorerst nur eines zukommen lassen. einer der vielen ausschnitte dessen, was man an laendlichem leben bestaendig am fenster vorbei ziehend sehen kann.

 reispflanzung

 in pakse angelangt – oder besser am northern bus terminal, der sich bezeichnenderweise km7-terminal nennt und dem entsprechend 7 km ausserhalb liegt –  gab es die fast schon uebliche, in laos jedoch ungewohnte rangelei um den tuk tuk-preis … doch schliesslich wurde man sich einig. so einig, dass sogar noch eine local frau auf unsere kosten mitfahren durfte. so macht man alle gluecklich!

die stadt selbst ist so verschlafen wie fast alle in laos – und doch geschaeftig. ein grosser markt, irgendwo im nirgendwo sich erstreckender strassen, die zwar wenig bieten … und in denen doch bestaendig neues entsteht, gehaemmert, gebaut und gelebt wird.

pakse

was sie schoen macht, ist schwer zu beschreiben. obwohl es nur wenig gibt, was man sich in der stadt selbst ansehen kann, so ist sie stets aufs neue jeden schritt wert. vielleicht ist es das bewusstsein, dass diese stadt, die als „sammelzentrum“ des auf dem nahe gelegenen bolaven plateau angebauten kaffees dient. und auch wenn es orte in dieser stadt gibt, an denen der kaffee genauso beschissen ist, wie anderso, so trinkt man seinen morgendlichen „kah-fe lao“ doch mit dem wissen, dass es sich um einen der besten der welt handelt. v.a. wenn man ihn in einem der cafes trinkt, die besitzern von kaffeeplantagen gehoeren und dadurch fuer extraklasse garantieren …

oder vielleicht ist es das besondere der stadt, dass jenes plateau immer zugegen ist, immer seinen hohen aber flachenumriss an den horizont zaubert – und so an abenteuer in der ferne (hoehe wie weite) denken laesst. dass es die auch fuer uns gab, will ich morgen erzaehlen …

mz

all the way back

laos hat uns wieder! nur eie nacht noch … hiess es am ende, nachdem wir nach hue zurueck gekehrt waren, um unseren „uebertritt“ zu organisieren. oder besser: organisieren zu lassen. die personifizierte einfachheit sollte es sein, 11 dollar pro nase und schon stehen wir in savannakhet. welch ein traum. den machen wir mit!

als wir wie kleine abgebruehte dauertraveller in hue aus dem bus stiegen, die gierige meute spielerisch hinter uns liessen – wir hatten ja schliesslich schon ein guesthouse, eben jenes, in dem wir kaum eine woche zuvor bereits so angenehm genaechtigt hatten. kaum erreichten wir die tuerschwelle, als laute und gesten der freude uns von der gesamten familie erreichten. treue wird hier wahrlich belonht, wo hotels tuer an tuer stehen…

einmal noch durch die strassen bummeln. doch das ticket war laengst gebucht, das geld abgezaehlt … ueberzaehliges wiord abends versoffen. soll heissen: eigentlich waren wir schon weg.

die nacht war kurz, um 5 klingelt der wecker, kurz vor 6 standen wir gestriegelt an der tuer. irgendwann, mehrere busse waren gekommen … und gefahren … hielten zwei mopeds vor der tuer. man hiess uns aufspringen und die zwei verwegenen duesten mit leeeicht ueberhoehter geschwindigkeit durch die stadt. irgendwo am noerdlichen stadtrand hielten sie an, einer fuehr davon – unser 22 $-ticket mit sich. doch er kam wieder. mit einer wild gestikulierenden frau, die uns kurzerhand zu einem minibus schleppte, der bereits mit vietnamesen vollgestopft war. klappe zu, weg waren wir. spaetestens als die erste „moneychangerin“ zustieg und versuchte, letzte dong aus uns zu pressen, war klar: die grenze ist nah. der bus, soviel war auch offensichtlich, fuhr zurueck nach hue. und wir?

nach ein paar ratlosen minuten, in denen wir uns an den bus klammerten, kam eine weitere frau (wieviele in diese story gehoeren? ich weiss es nicht …)  und verkuendete froehlich: i’m same, same like my friend hue … she saying two people coming … going lao, no pay“. na, das nenn ich service. sie schleifte usn auch gleich ueber die grenze, verschwand bei der passkontrolle, tauchte beim „visa on arrival“-schalter wieder auf … wie ein gespenst. riss uns die paesse aus der hand, reichte alles weiter. sag ich doch: service. als der grimmig blickende grenzbeamte (am arsch der welt) von uns 35 $ pro visum statt der offiziellen 30 verlanget – war sie nicht da. nachdem ich schon das entsprechende geld aus der tasche popeln wollte, fragte ich ihn vorsichtig durch die viel zu verspiegelte glasscheibe, warum das visum hier so viel mehr kosten solle, als in vientiane. er schaute mich nicht an, sagte aber nach ein paar sekunden kalt: „ok, 31 dollar …“ egal, ob das ein handelsangebot oder eine auskunft war, mir reichte es. geld wechselte den besitzer (mann, haben die den 50$-schein geprueft!) und wir hatten unseren stempel.

unsere eifrige begleiterin war wieder da, wollte auch noch ein bisschen gled tauchschen, war enttaeuscht ob unserer abfuhr (waren wir aber auch schlau, geld von unserem ersten laosabstecher mit ausgefuehrt zu haben …), und hockte sich zu einem schneckenmahl mit weiteren unidentifizierten freundinnen…

derweil regnete es in stroemen. irgendwann fragte sie uns, ob wir regenschirme dabei haetten. auf unser ja forderte sie uns auf, sie herauszuholen, wir gingen zum bus. unsere maentel versetzte sie in eine mischung aus erstaunen und belustigung. alle anderen auch.

wer ging, das waren wir, sie blieb. irgendwo im nirgendwo wollte man noch einmal unsere paesse sehen, dann leuchtete schon – oh, wie ersehnt – der alte, klapprige, blaue bus. nach fast einer stunde warten tauchte unsere unbekannte helferin noch einmal auf, bezahlte unsere tickets, versuchte ein letztes mal, uns zum geldwechseln zu ueberreden, erhielt eine weitere abfuhr unbd verschwand dann grusslos.

der rest ist kuerze – 6 stunden spaeter erreichen wir savannakhet, einen ueberdimensionierten asphaltsreifen am mekong, der sich aber durchaus noch einen teil charme erhalten hat und uns immerhin 2 tage bis hierhin unterhielt. laos, wir sind wieder da. die differenz zu vietnam, die eigener gedanken bedarf, is, wie sagt man, signifikant.

gute nacht. wir sehen uns in pakse.

mz

… was zum schauen, und strand … und eine ueberraschung

well, well …

wo wird es das wohl geben? ja, in hoi an. wer haette das gedacht, dass wir uns unwissentlich so gut „timen“, dass wir unseren vietnamabstecher dort beschliessen, wo es alles gibt, was der reisende sich fuer einen abschluss in bequemlichkeit wuenscht…

erstmals steigen wir in hue wirklich in den beruechtigten „open tour“-bus, ein „touristen-kutschen-abschlepp-system“, bei dem man sein ticket fuer den „unter-uns-bus“ in die naechste metropole direkt im guesthouse buchen kann und auch direkt dort abgeholt wird. auch wenn er gute 30 minuten zu spaet aufkreuzte, unterwegs eine gute stunde im niemandsland pausierte, um allen die moeglichkeit zu geben, im resort unserer wahl (vertraglich festgeschrieben…) zu speisen, so pustete uns doch die klimaanlage alles aus dem hirn – und wir erreichten hoi an unbeschwert. bis die wolke kam …

ein paar meter nur, das erste hotel noch nicht in sicht, entschied sich der vietnamesische himmel, uns eine kleine lektion zu erteilen, und zwang uns, in einem geschaeft unterschlupf zu suchen … was kam, war die waesserne wand und der wundervolle duft, feuchter warmer luft, die sich langsam abkuehlt und huschende schatten, die entweder selbst den kuerzesten weg zwischen zwei punkten suchten – oder aber gerade durch den regen ins freie gelockt wurden, um regenjacken, -schirme und anderes zu feilzubieten…

hoi an regen

verschmitzt den kopf schuettelnd zogen wir unsere schon vor wochen gekauften regenmaentel hervor und stapften wieder hinaus – um uns ein hotel zu ergattern, dass nach eigenen angaben 3 ganze sterne zu bieten hat, auf jeden fall aber einen pool, den ganzen kleinkram: und ein vollwertiges fruehstueckbuffet – fuer ganze 12 dollar die nacht. da gabs kein rechnen mehr, nur die verpflichtung, morgens so lange zu stopfen, bis nichts mehr geht …

hoi an franzi wanne

vergass ich? franzis badewanne…

die stadt selbst ist ein reines museum. haeuser aller art und architektur aus mehr als 200 jahren buntester geschichte, ohne plan, dafuer aber nebeneinander gesetzt und z.t. zu besichtigen. dank des freundlichen franzoesischen paares, welches wir in hue kennenlernten und die uns ihre tickets zur stadtbesichtigung schenkten, war uns dies gegoennt … die fuelle erspar ich euch. allein die rote socke kann ich nicht zurueckhalten…

hoi an rote socke

neben aller staedtischen historizitaet ruehmt sich hoi an vor allem der nahbei liegenden ruinen der alten tempelstaette „my son“ (nein, es heisst nicht“mein sohn“), zu der es uns auch zog.

noch nicht genug: ein kleiner ritt auf dem bike und vor uns lag der weisseste strand, der nicht nur von blauestem meer gesaeumt war, sondern zudem noch so menschenleer (ich gebe zu: um der gluehendsten hitze aus dem weg zu gehen, waren wir schon vor 9 uhr vor ort …), dass die wahl eines „strandnachbarn“ zur suchaktion wurde.

das eigentliche heighlight der stadt war jedoch unser besuch beim schneider. so viel wie unsere taschen tragen, koennte man sagen, denn meine brieftasche haette mich hier nicht gestoppt. man fuehlt sich wie in einem second hand laden, in dem alles passt – einfach weil jemand die klamotten auf deinen leib schneidert. so gab es nicht nur fuer die franzi ein feines kleidchen, sondern fuer den matthias den ersten anzug seines lebens. grund: studienabschluss. nachdem ich monatelang mails mit bohrender frage an den freundlichen herrn brestrich an die uni potsdam schickte, ist die nachricht zu mir durchgesickert: man hat meine arbeit endlich gelesen, und sie (zumindest z.t.) fuer gut befunden. der rest ist geschichte.

fuer uns geht es morgen weiter und es heisst vietnam den ruecken zu kehren. fuer einen blick zurueck wird erst hinterher zeit zein. wir sehen uns in laos.

hoi an franzi spiegel

mz

wo ist nur die geschichte hin …

die story spaeter, der gedanke jetzt. aehnlich dem nahe liegenden riesen china pocht auch vietnam – zweifelsohne zu recht – auf eine jahrtausende alte geschichte. das einzige problem fuer den geneigten besucher: sie zu finden. was auch immer auf der liste zu besuchender altertuemer, historischer staetten und antiker architektur steht, entpuppt sich frueher oder spaeter als „concrete“-nachbau. no offence, wie die englaender sagen, doch geschichte ist in vietnam zu groessten teilen ueberbaut. nicht, dass das in den meisten anderen teilen der welt so viel anders waere. mich deucht lediglich, dass man es zumeist nicht sieht. doch auf eine diskussion ueber mittel und wege – die anderswo ganz sicher umfaenglicher zur verfuegung stehen, als in vietnam -, geschichte taeuschend echt wieder erstehen zu lassen, will ich mich eigentlich hier nicht einlassen. die frage ist eher: wer ist schuld? an dem verlust urspruenglicher „geschichtssubstanz“ – und an der zuweilen hastig und wenig sorgfaeltig erscheinenden „wiedererichtung“ eigentlich (mehr oder weniger vollstaendig) zerstoerter kultur/architektur etc.

ersteres hat zwar ganz sicher viele antworten – zeit, die an weniger haltbaren baumaterialien erfolgreich sich abarbeitet, ein enorm invasives klima, das auch schloss neuschwanstein zerlegen wuerde, stuende es hier. doch auf was ich hinaus will – ohne diesen blog der gefahr aussetzen zu wollen, wegen antiamerikanischer hetze geschlossen zu werden -, ist das US-amerikanische erbe. alle landstriche indochinas tragen ihre narben, deren prominenteste natuerlich jene stellen sind, an denen sich befand, was unsereiner (als tourist) zu sehen wuenscht. ein beispiel: die zitadelle von hue. einst koenigssitz von vietnam ist der noerdliche teil umbaut von einer zitadelle, deren mauern noch die ausmasse frueheren glanzes erahnen lassen: gesamtlaenge der mauer: 10 km, dicke: ca. 10 m. innerhalb dieses areals befindet sich eine weitere zitadelle, etwa der verbotenen stadt pekings (?) entsprechend, die dem oberhaupt vorbehalten war. nun, diese staette monarchischen glanzes besteht zu 90 prozent nicht mehr. sie ist zu besichtigen, gewiss. doch was von ihr uebrig ist – tatseachlich uebrig – sind die mauern. der rest ist nachbau, das aelteste vielleicht 100-200 jahre alt. und da an allen ecken noch gezimmert, gehaemmert und v.a. betoniert wird, macht der geschichtstraechtige schauplatz eher den eindruck einer baustelle … wellbechdaecher, mauerreste, eingefallenes (damit keonnte man sich ja noch anfreunden, waere das ruinoese nur alt …). einige der erbittertsten kaempfe des vietnamkrieges fanden innerhalb dieser zitadellenmauern statt … folgerichtig liegt, was hier einst stand, nun flach.

selbstverstaendlich hindert das niemanden daran, fuer die besichtigung der anlage und ihrer nachbauten die hoechsten eintrittspreise (fuer uns bisher) vietnams zu kassieren, immerhin sind die ausmasse nichtsdestotrotz gigantisch. womit ich bei der zweiten frage bin: wer ist „schuld“ am kloetzernen wiedraufbau? wir. wenn leute kommen und sehen wollen, was hier einmal war, nichts davon jedoch noch steht – na, dann muss es eben wiedererstehen … welch dilemma.

ein P.S., das ein schmerzliches grinsen erzeugt: amerikaner fragen bei touren den guide besonders gern, warum bestimmte  ruinen ruiniert sind … obwohl sie die antwort kennen, kein fleckchen von hanoi bis saigon, der nicht seinen teil an bomben erhalten haette. hue: bombardiert. my son (eien der aeltesten und am laengsten „aktiven“ tempelstaetten SOA): z.t. ausradiert.

genug des plaedoyers. wer bis hierher durchgehalten hat, bekommt noch das kurzweilige und die fotos. der sleeperbus – welch komfort – kutschte uns nach hue, wo wirt uns zwar willig vom hotelschlepper abfangen und zu seiner kaschemme fuehren liessen, aber einmieten war uns dann doch zuviel. statt dessen watschelten wir ein paar strassen weit und machten eines der lieblichsten guesthouses asufindig, das wir bisher bewohnten. eine zum knutschen liebe familie – oma, opa, toechting (hochschwanger) und eine immer kichernde tante(?) , nahe des flussufers nicht nur schoen kuehle zimmer fuer den mueden wanderer bereithielt, sondern zudem eine immerschattige veranda, die den blick auf das nie endende treiben auf hues strassen freigab …

grund genug, dort zu naechtigen …  und die highlights von stadt (zitadelle) und umgebung (die graeber groooossser koenige) zu erkunden. ersteres bleibt, ob der gigantischen ausmasse, undokumentiert. doch die fahrradtour zu den graebern (den nachbauten …) der verflossenen maechtigen war eine solche hitzeschlacht, wie sie die tour de france nicht groesser sein koennte, so dassein bild … von franzi hier nicht fehlen darf:

hue franzi bike

und natuerlich, fuer alle fans wiedererstehender bausubstanz: eines der „aeltesten“ (etwa 150 jahre) graeber…

hue graeber

aller lohn dieser strapazen ist uns unvergessen … und wir treiben weiter: nach hoi an.

mz

ein backofen mit hoehlenkuehlung

uff … ich jage mir selbst hinterher. wer soll da noch mitkommen? erinnern du dich musst! derweil ich in einem internetcafe in hoi an sitze – und ein verrueckter vietnamese neben mir wie wild geworden auf seine tastatur haut, um seinen virtuellen supertaenzer zum steppen zu bringen, yippieh – soll ich mich an die wie aus einer doenerbude gedampften heissen tage von ninh binh erinnern.

in windeseile kurvt uns unser bus, wie es sich fuer einen „local bus“ gehoert, in richtung ninh binh, nachdem wir um 6 uhr morgens unsere taschen durch haiphong wuchteten. schweissige angelegenheit, aber ungeheuer belustigend, dem volke beim fruehsport zuzusehen … tai chi, jogging, walking (wirklich!) und v.a. badminton erstrecken sich verkehrslaehmend auf haiphongs strassen. doch da … laotische verhaeltnisse! der bus liegt lahm und es wird erst einmal ein stuendchen geschraubt. wundersam, als der regen einsetzt, ist alles wieder in butter und wir donnern wieder ueber die landstrasse – wie damals manfred krug …

nur wenige kilometer vor ninh binh springt ein junger kerl zu, der uns ganz zufaellig was von seinem hotel erzaehlt … wir sind guter laune, gehen mit … und mieten uns ein. eine gute wahl: 5. stock, blick ueber einen see (naaa guut, einen tuempel, aber mit huette in der mitte), mal wieder KEIN HBO und star movies (heisst: lesen statt glotzen) und viel guten service wie auch guenstiges essen.

ich uebe mich in kuerze: ein tag bettruhe – franzis bauch ist ein banges wesen, mit dem wir oefter zittern, als uns lieb ist -, der mich beinahe 400 seiten meines buches kostet (wo kriege ich nur so schnell neue her?). und dann rauf aufs moped! weder scheuen wir den verkehr des highway 1a (die meistbefahrene strasse vietnams, huestel … angeb), noch die 30 grad im schatten um 8 uhr morgens. auf nach tanm coc, der kuehlung fuer verschmorte hirne: ein see-fluss, der durch drei lange hoehlen seinen weg entlang ausgedehnter reisfelder nimmt. eine schoene paddelei, bei der ich es mir nicht nehmen liess, gegen ende heroisch selbst das paddel zu ergreifen …

unsere grosszuegige trinkgelderei war der dame leider nicht spendabel genug. so stand die enttaeuschung auf unser aller gesicht geschrieben – auf ihrem ueber unsere knausrigkeit, auf unserem ueber die unverschaemtheit (doch wer weiss schon, wieviel von dem bezahlten eintrittsgeld den weg in ihre tasche findet …). dennoch, nichts truebt dies …

 tam coc

 und dies …

tam coc fussrudern 

ich meine, wer moechte das NICHT koennen? mit den fuessen rudern … und in der hand ein kuehles bier? wahnsinn. muss ich lernen, fuer die naechste paddeltour.

doch unser heisser ofen trug uns noch weiter, eine stolze anzahl tempel steht auf unserer jagdliste, wie auch der blick ueber eine der (wahrscheinlich unzaehligen) fruehen koenigsstaedte vietnams: hoa lu.

 hoa lu blick

 doch die fahrt itself war einmal mehr das eigentliche highlight des tages. unvergesslich. durch winzige doerfchen auf strassen, die kniehoch im reisstroh versunken waren, das man (dorf) dort zum trocknen ausgelegt hatte, links und rechts auf den hoefen trocknete zudem mit feinen harkenmustern durchzogen der reis „itself“. in rasender fahrt gelang mir nicht mehr als dies von den in mein hirn gebrannten impressionen auch fuer die nachwelt zu digitalisieren:

ninh binh strohstrasse

 was danach kam, war die grosse muedigkeit … die wir mit zielgenauer listigkeit auzunutzen wussten, um die 600 km bis hue zu ueberbruecken … in verstohlen gebuchtem luxus: einem sleeperbus. cool (in vielerlei hinsicht). der naechste morgen erschien mir um 5 uhr frueh in der horizontalen, waehrend der bus sich seinen weg in die naechste alternde koenigsresidenz … hue.

mz