wo ist nur die geschichte hin …

die story spaeter, der gedanke jetzt. aehnlich dem nahe liegenden riesen china pocht auch vietnam – zweifelsohne zu recht – auf eine jahrtausende alte geschichte. das einzige problem fuer den geneigten besucher: sie zu finden. was auch immer auf der liste zu besuchender altertuemer, historischer staetten und antiker architektur steht, entpuppt sich frueher oder spaeter als „concrete“-nachbau. no offence, wie die englaender sagen, doch geschichte ist in vietnam zu groessten teilen ueberbaut. nicht, dass das in den meisten anderen teilen der welt so viel anders waere. mich deucht lediglich, dass man es zumeist nicht sieht. doch auf eine diskussion ueber mittel und wege – die anderswo ganz sicher umfaenglicher zur verfuegung stehen, als in vietnam -, geschichte taeuschend echt wieder erstehen zu lassen, will ich mich eigentlich hier nicht einlassen. die frage ist eher: wer ist schuld? an dem verlust urspruenglicher „geschichtssubstanz“ – und an der zuweilen hastig und wenig sorgfaeltig erscheinenden „wiedererichtung“ eigentlich (mehr oder weniger vollstaendig) zerstoerter kultur/architektur etc.

ersteres hat zwar ganz sicher viele antworten – zeit, die an weniger haltbaren baumaterialien erfolgreich sich abarbeitet, ein enorm invasives klima, das auch schloss neuschwanstein zerlegen wuerde, stuende es hier. doch auf was ich hinaus will – ohne diesen blog der gefahr aussetzen zu wollen, wegen antiamerikanischer hetze geschlossen zu werden -, ist das US-amerikanische erbe. alle landstriche indochinas tragen ihre narben, deren prominenteste natuerlich jene stellen sind, an denen sich befand, was unsereiner (als tourist) zu sehen wuenscht. ein beispiel: die zitadelle von hue. einst koenigssitz von vietnam ist der noerdliche teil umbaut von einer zitadelle, deren mauern noch die ausmasse frueheren glanzes erahnen lassen: gesamtlaenge der mauer: 10 km, dicke: ca. 10 m. innerhalb dieses areals befindet sich eine weitere zitadelle, etwa der verbotenen stadt pekings (?) entsprechend, die dem oberhaupt vorbehalten war. nun, diese staette monarchischen glanzes besteht zu 90 prozent nicht mehr. sie ist zu besichtigen, gewiss. doch was von ihr uebrig ist – tatseachlich uebrig – sind die mauern. der rest ist nachbau, das aelteste vielleicht 100-200 jahre alt. und da an allen ecken noch gezimmert, gehaemmert und v.a. betoniert wird, macht der geschichtstraechtige schauplatz eher den eindruck einer baustelle … wellbechdaecher, mauerreste, eingefallenes (damit keonnte man sich ja noch anfreunden, waere das ruinoese nur alt …). einige der erbittertsten kaempfe des vietnamkrieges fanden innerhalb dieser zitadellenmauern statt … folgerichtig liegt, was hier einst stand, nun flach.

selbstverstaendlich hindert das niemanden daran, fuer die besichtigung der anlage und ihrer nachbauten die hoechsten eintrittspreise (fuer uns bisher) vietnams zu kassieren, immerhin sind die ausmasse nichtsdestotrotz gigantisch. womit ich bei der zweiten frage bin: wer ist „schuld“ am kloetzernen wiedraufbau? wir. wenn leute kommen und sehen wollen, was hier einmal war, nichts davon jedoch noch steht – na, dann muss es eben wiedererstehen … welch dilemma.

ein P.S., das ein schmerzliches grinsen erzeugt: amerikaner fragen bei touren den guide besonders gern, warum bestimmte  ruinen ruiniert sind … obwohl sie die antwort kennen, kein fleckchen von hanoi bis saigon, der nicht seinen teil an bomben erhalten haette. hue: bombardiert. my son (eien der aeltesten und am laengsten „aktiven“ tempelstaetten SOA): z.t. ausradiert.

genug des plaedoyers. wer bis hierher durchgehalten hat, bekommt noch das kurzweilige und die fotos. der sleeperbus – welch komfort – kutschte uns nach hue, wo wirt uns zwar willig vom hotelschlepper abfangen und zu seiner kaschemme fuehren liessen, aber einmieten war uns dann doch zuviel. statt dessen watschelten wir ein paar strassen weit und machten eines der lieblichsten guesthouses asufindig, das wir bisher bewohnten. eine zum knutschen liebe familie – oma, opa, toechting (hochschwanger) und eine immer kichernde tante(?) , nahe des flussufers nicht nur schoen kuehle zimmer fuer den mueden wanderer bereithielt, sondern zudem eine immerschattige veranda, die den blick auf das nie endende treiben auf hues strassen freigab …

grund genug, dort zu naechtigen …  und die highlights von stadt (zitadelle) und umgebung (die graeber groooossser koenige) zu erkunden. ersteres bleibt, ob der gigantischen ausmasse, undokumentiert. doch die fahrradtour zu den graebern (den nachbauten …) der verflossenen maechtigen war eine solche hitzeschlacht, wie sie die tour de france nicht groesser sein koennte, so dassein bild … von franzi hier nicht fehlen darf:

hue franzi bike

und natuerlich, fuer alle fans wiedererstehender bausubstanz: eines der „aeltesten“ (etwa 150 jahre) graeber…

hue graeber

aller lohn dieser strapazen ist uns unvergessen … und wir treiben weiter: nach hoi an.

mz

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