die insel

hallo,

this and only this one muesst ihr ohne bilder auskommen. an den gestaden der thailaendischen traumkuesten ist – besonders in der nebensaison, in welcher hier der tourismus und v.a. jene, die davon leben, wahrlich zum (schnarchenden) erliegen kommen – das bisschen internet, das durch taube leitungen tropft, unverschaemt teuer. so muesst ihr euch damit abfinden, dass die straende zwar nicht weiss sind, dafuer aber uns gehoeren, mit muscheln uebersaeht sind, die wir nie im leben mit nach hause bringen koennen … in unserem hotel, dessen bestes nobelhuettchen wir bewohnen (das auch noch jeden tag sauber gemacht wuerde, wuerden wir es nicht von zeit zu seit verhindern), NIEMAND ausser uns wohnt … so dass auch der pool stets nur fuer uns rauscht …

und wir die tage so dahinplanschen, wandern, lesen, am riesigen fenster sitzen und aufs meer schauen … der blick zurueck wird mehr offenbaren…

bis daheim, mz

phnom penh

die zeit rast, die letzte etappe dessen, was man“unsere“wanderschaft“nennen koennte, ist erreicht. phnom penh. nocheinmal durch die muehlen des busticket kaufens gehen, noch einmal morgens ein „minibuspickup“ (wie laecherlich, uns 300m weit bis zum stuetzpunkt der busgesellschgaft zu fahren … man traut travellern, auch wenn sie tuausende kilomter weit kommen, wahrlich nichts zu), plaetze finden. danndie lustige bestaetigung dessen, was christian mir dereinst erzaehlte, worauf ich aber monatelang (v.a. in laos) vergeblich wartete: tatsaechlich macht der bus pflichtverbunden alle 1,5-2 stunden eine pinkel- oder essenspause, selbstverstaendlich am“vertragsrestaurant“, doch man steht. fuer uns, die wir unsere blasen auf „vorhaltezeiten“ von mehreren stunden trainiert haben,eher laestig. aber die snack- und mampfgewohnheiten kambodschanischer busreisenden (denn wir waren tatsaechlich die einzigen auslaender,wer mag das glauben auf dieser „rennstrecke“?) sind ein eigenes feld ethnologischen humors. der zweite busstop erwies sich als ausgesprochener delikatessensupport: heuschrecken en masse wanderten in tueten, dosen in den bus und handvoll in muender. ein kurzer blick genuegte uns, dass wir mit unserem vorher besorgten baguette vorlieb nehmen wuerden.

die fahrten durch das land verbleiben fuer mich – und werden es wohl auch im rueckblick stets – einige der gropessten schaetze, tiefsten eindruecke. sicher, man kommt nicht ganz nah ran an die menschen, es verbleibt eine scheibe, eine staubwolke, die rasende geschwindigkeit (die aber doch manchmal alchhaft niedrig ist angesichts der strassenzustaende) oder einfach nur die staubwolke … aber es ist gerade die distanz, die dem wachen auge ohnehin lachhaft klein erscheint (und sprechen koennte ich mit ihnen zudem meist ohnehin nicht), die mir eines ermoeglich hat: dabei zu sein ohne zu stoeren. ohne den blick zu erzeugen, der, auch wenn er lacht, mir sagt, dass ich ein fremder bin. so rausche ich durch eine welt, in der das leben auf der strasse – oder zumindest stets sehr nah daran – stattfindet. was ich zu sehen bekomme, ist ein wohnzimmer, ein sehr grosses … und ich geniesse es. von den tausenden bezaubernden, erschreckenden, belustigenden, verstaubten und unvergesslichen bildern habe ich vielleicht ein paar hundert tatsaechlich festgehalten, aber selbst die sagen (wenigstens fuer mich) noch mehr als genug.

bbm-pp people1.JPG

wie diese beiden, die ihren eigenen wind machten.

nun also phnom penh. kein zweifel: ich war in (fast) keinem hinterhof, in keinem slum in keinem verwanzten bett, also „weiss“ ich nicht, wovon ich spreche, doch ich mag diese stadt. sie lebt. sie lacht. sicher, ueberall laufen noch beredte zeugnisse der geschichte durch die strassen, die sich hier, kaum 30 jahre ist es her, zugetragen haben. doch ueberall, das ist kein geheimnis, faengt man neu an. dort, wo man schreckliches zu ueberwinden hat zumeist mit noch groeserer vehmenz, mit erstaunlicherer entschlossenheit, mit lauterem lachen. sie haengen noch irgendwo, irgendwo zwischen …

pp old building.JPG

alt…und…

pp new world.JPG

neu … auch wenn das neue nur zu oft „eingeflogen“ ist, und sie es nur von aussen bestaunen, doch die hoffnung fliegt mit und sie werden es vielleicht irgendwann und irgendwie in besitz nehmen…

wie dieses monstrum von markt, das irgendwo in den strassenschluchten franzoesischen nummernwahns (diese strassenbenennung nach nummern ist der horror…) sich ploetzlich erhebt…

pp market.JPG

nun rennt mir die zeit davon, doch was diese stadt liebenswert macht, erklaert sich fast von selbst, es ist ihr lachen.

pp people1.JPG

selbstr das der guten verlierer, wenn man ihren froehlichen anruf „he … tuk tuk?“ mit einem „no“bescheidet, lachen sie noch (meist…)

pp tuk tuk driver.JPG

so long, das naechste mal werden wir uns wohl wieder aus thailand melden…

mz

dusty, bumpy … good morning cambodia

das ist, wie stets, ein gemisch all dessen, was innerhalb der letzten stunden oder tage den nerv besessen hat, auf uns hereinzustuermen – und das glueck, haengen zu bleiben. irgendwann mussten wir ja siem reap verlassen, auch wenn es noch so gemuetlich, und das essen in der „khmer kitchen“noch so lecker war. schliesslich wollten wir kambodscha sehen. und wenn wir eines vorher wussten, dann, dass es jenseits der monumentalbauten angkors und seiner satelitenstadt siem reap noch vielmehr davon zu sehen gibt …

anfangs v.a. das (sorry, die bilder muessen diesmal klein sein, nicht jeder rechner hat das richtige equipement und ich kann nicht jedesmal eins runterladen, da werden die immer so sauer… einfach maus drauflassen, es macht sich gross):

staubstrasse

und diese strasse sieht nicht nur durch die scheibe staubig aus. nach den sechs stunden fahrt entlang einer strasse, die dank „umsichtiger“ verkehrspolitik einer airline (die zufaelling das monopol auf die strecke bangkok-siem reap haelt) einfach nicht besser werden will, war an uns so ziemlich alles staubig…

doch das ewig frisch  geputzte auge liess sich natuerlich nichts, aber auch gar nichts entlang der strasse entgehen…

warum z.B. wirft man den asiaten immer mangelnde effizienz vor, frage ich mich? angesichts eines solchen gefluegeltransporters, der einen ganzen 3,5-tonner einspart:

bamm gefluegel

zudem hat die weite v.a. eines zu bieten: weite. nach so vielen wochen laos, in welchen zumindest in ahnbarer ferne stets ein berg ueber land, leute und schicksal wachte, ist das platte land geradezu ein historisches fanal: hier wurde alles niedergewalzt… naja, oder es ist einfach flach:

battam radler

was uns dann in battambang erwartete, schliesst viele luecken, die bislang noch offen waren. obwohl die zweitgroesste stadt kambodschas, ist battambangs zentrum eher gemuetlic, erstreckt sich entlang eines flusses und kann dem suchenden auge des verwoehnten touristen mit einigen zauberhaft (halb) verfallenen kolonialbauten aufwarten. keine frage, jenseits der 3-4 hauptstrassen zeigen sich noch andere bilder, doch mehr als das wache bewusstsein davon haben wir uns nicht gegeben. die bittere armut groser teile der bevoelkerung schleicht auch so auf traurigen und baren sohlen durch die strassen und haelt schwielige haende auf. da war doch was. wo wren diese scharen in siem reap? nun, die tourist police wird ihren teil schon getan haben, um den genuss ungestoert zu lassen…

kein kluges wort findet den anschluss an froehliches terrain, darum breche ich einfach ungehobelt durch. neben allem, was das land schuettelt, ist das froehliche gemuet ein unbezahlbares gut. bestaendig muss man sich froehlichen gruessen, interessierten fragen oder einfach nur laecheln“erwehren“. das schliesst viele luecken, auch wenn es manches nie schliessen kann. man ist und bleibt tourist, vielleicht kehrt man eines tages mit einer aufgabe zurueck – und dann einem anderen (selbst)bewusstsein -, doch bis dahin muss man mit sich selbst ringen. ist man heils(und dollar-)bringer oder ausbeuter zweiter garnitur?

schon wieder eine luecke. macht nichts. die zeit rennt ohnehin. morgen rasen wir auf der wohl letzten ueberlandstrecke nach phnom penh, eine stadt, die, wie unser letzter gastgeber aus eigener erfahrung zu berichten wusste, sich irgendwo ziwischen westlicher metropole und europaeischem mittelalter bewegt…

doch dem fotografisch gierigen auge bot sich auch in battambang erregendes…

die nie langweilig werdende moenchische eleganz – bis in den sonnenschirm:

battam moenche

dazu eine farbenfreude, vor der vieledisneyworlds die segel streichen wuerden…

battam wat

und, last but not least, einen sonnenuntergang, der sich – ich schwoere, das bild ist unbearbeitet – von unserer trauminsel nur schwer wird ueberbieten lassen…

battam sunset

so long marianne…

mz

von entdeckten pfaden

aha!

wer sich noch immer in abstaenden auf diese seite verirrt – abgesehen von dem laengst im spamordner gelandeten kneipenwirt aus pattaya (nein, nein, keine werbung hier, schon gar nicht fuer derleichen pfade…) – sei eingeladen, noch einmal ein wenig gleich einem, dem ersten, romantischen indianer auf den pfaden von angkor wat zu wandeln. ganz so, als ob noch nicht tausende und noch einmal tausende am selben tag den laengst zur kuhtrasse ausgeweiteten weg bereits tiefer in den ehemaligen dschungel getrieben haetten. man kann sich darin verlieben. noch immer. keine frage.

schwer zu erklaeren, wie das funktioniert, wo doch aus- und eingaenge von „wegelagerern“ „bewacht“ werden, die niemanden passieren lassen, ohne t-shirts, 1a-raubkopien aller die tempel und das land im allgemeinen betreffenden buecher und jedes erdenkliche item rund um angkor angepriesen zu haben. dort ist krieg, am kunden. wer dort vorbei ist, trifft auf die horden tiefbrauner kulleraugen, aus deren umfeld – der laengst hypnotisierte touri vermag den ursprung nur dunkel zu lokalisieren – die ewige tamtrische litanei ertoent: „lady, mister – you wanna buy postcard? ten for one dooolllaa….“. wenn das nicht hilft, kommt der angelhaken: „where do you come from?“ wer’s zugibt it endgueltig gefangen … „germany“ … „capital berlin, 80 million … eins zuei druei vieru fum seck siebm akt nun zeh“. grins. wer kann da widerstehen. und wer es nicht kann, der wird – so sicher wie das amen – die naechsten 100meter von all den anderen kindern belagert, von denen er eben hat nichts kaufen koennen – „mister, lady, you buy one more … for me … i don’t have money for school.“ tja, gut sein hat seine tuecken.

anyway. ich sage immer noch: man kann es lieben. mit kindern, mit wegelagerern, ja sogar mit den allgegenwaertigen japanern, ohne die kaum ein foto gelingt, weil sie auf jeder treppe, jedem vorsprung und vor jeder saeule stehen, mit dem unvermeidlichen victoryzeichen, oder in gewaltigen scharen auf einen haufen gedraengt, der nur selten dem bildauschnitt tatsaechlich entspricht … und ohne ruecksicht auf verluste, ihre und andere. nein, wirklich, ich hab es geliebt.

wegen vielem – auch dem schon beschriebenen. es gehoert dazu. und es gibt auch andere orte, die eben gezwungenermassen nicht auf den routen der busse liegen, die das areal an nur einem tag durchpfluegen muessen und dadurch unaufhoerlich hupen (auf den strassen, um alle, die gemuetlicher daherkommen wegzuschieben und vor den tempeln, um die viel zu muessigen schuetzlinge wieder in die sitze zu scheuchen. time is money, das geht ins blut.). es gibt sie, diese orte, und sie haben etwas, von geheimnissen, vom hauch, nicht vergangener tage, sondern jahrhunderte, die sich erfolgreich in den winkeln verstecken und auf den besucher warten, der zeit hat, sich kurz zu setzen, um auf das fluestern zu hoeren.

den rest der tage, die uns zwischen den fingern hindurchringen, bummeln wir durch eine stadt, die, wie so viele in der naehe gewaltiger attraktionen, ihren kern preis gegeben hat, um den spielplatz der ankoemmlinge abzugeben. und dennoch hat sie ein wenig charme sich erhalten. in den gesichtern. irgendwo.

auch wenn ich (herms) versprochen habe, dass es mir unmoeglich ist, aus den hunderten von bildern auch nur einige auszusuchen, konnte ich es nicht lassen. es sind nicht die schoensten, aber ein eindruck allemal.

angkor wat prinzessin

auch prinzessinnen sind als pilger zu fuss unterwegs.

angkor wat front

die namensgebenden hallen „angkor wats“ – die stufen hinauf zur letzten ebene sind, das gestehe ich ohne scham, furchteinfloessend. sollen sie auch sein, sagt das“schlaue buch“, die reise zu den goettern, die da irgendwo sein sollen, ist schliesslich kein spaziergang.

angkor top view
goetter habe ich auch keine gefunden, aber der blick wahr, wie sagt man, „lohn genug.

angkor relief

dafuer zieren die waende des tempels tausende nymphen, die verspielt auf den ratsuchenden blicken…

angkor wat franzi
etwas, was „amtlich“ beglaubigt, nicht nur mich in staunen versetzt hat…

bayon mirror
ein ort der vielen gesichter: bayon, unbeschreiblich, aber nicht „unabbildbar“ – wer das genauer wissen will, muss sich spaeter einen einblick geben lassen (ich waehle aus, versprochen…).

banteay samre girl

und dann gab es ihn doch, den ort, der vor einsamkeit nur so strotzte … bis auf das kleine fotomodell, das fuer einen keks … und ein frech erstrotztes armband von franzi um uns herumwedelte.

bdrbrd

das war siem reap, mit der ein wenig furchteinfloessenden gestalt auf (von?) der anderen seite…

siem reap monsterly

morgen schauen wir, was battambang an diesem bild noch ruetteln kann – und ich hoffe doch einiges.

mz

das land, aus dem das land seinen kaffee hat

so, lange nicht gemeldet und doch so viel internet. das, was man normalerweise zu haus macht, ist hier angesagt – reise buchen. da wir die letzten zwei wochen als aussteiger dahinvegetieren wollen – und das mit klasse – war inzwischen viel recherche angesagt. in @d@m’s internetcafe … welch innovativer name. nun ist es fast geschafft und ich will rechenschaft davon ablegen, dass dies nicht alles war, was wir derzeit treiben.

die fahrt von savannakhet nach pakse … mhm. endlich wieder local bus, endlich wieder das geklapper und geruckel alter busse, die bei uns nach 10 metern von der ersten streife aus dem verkehr gezogen wuerden. und das durch die unend … huestel … die gruenen weiten des „lao lowland“, wo die lao loum, die – wer weiss es? – , ja, die „lowland lao“ wohnen. von den annaehernd 100 bilder, die ich waehrend der, wie ich finde, schoensten busfahrt unserer bisherigen reise geschossen habe, will ich euch vorerst nur eines zukommen lassen. einer der vielen ausschnitte dessen, was man an laendlichem leben bestaendig am fenster vorbei ziehend sehen kann.

 reispflanzung

 in pakse angelangt – oder besser am northern bus terminal, der sich bezeichnenderweise km7-terminal nennt und dem entsprechend 7 km ausserhalb liegt –  gab es die fast schon uebliche, in laos jedoch ungewohnte rangelei um den tuk tuk-preis … doch schliesslich wurde man sich einig. so einig, dass sogar noch eine local frau auf unsere kosten mitfahren durfte. so macht man alle gluecklich!

die stadt selbst ist so verschlafen wie fast alle in laos – und doch geschaeftig. ein grosser markt, irgendwo im nirgendwo sich erstreckender strassen, die zwar wenig bieten … und in denen doch bestaendig neues entsteht, gehaemmert, gebaut und gelebt wird.

pakse

was sie schoen macht, ist schwer zu beschreiben. obwohl es nur wenig gibt, was man sich in der stadt selbst ansehen kann, so ist sie stets aufs neue jeden schritt wert. vielleicht ist es das bewusstsein, dass diese stadt, die als „sammelzentrum“ des auf dem nahe gelegenen bolaven plateau angebauten kaffees dient. und auch wenn es orte in dieser stadt gibt, an denen der kaffee genauso beschissen ist, wie anderso, so trinkt man seinen morgendlichen „kah-fe lao“ doch mit dem wissen, dass es sich um einen der besten der welt handelt. v.a. wenn man ihn in einem der cafes trinkt, die besitzern von kaffeeplantagen gehoeren und dadurch fuer extraklasse garantieren …

oder vielleicht ist es das besondere der stadt, dass jenes plateau immer zugegen ist, immer seinen hohen aber flachenumriss an den horizont zaubert – und so an abenteuer in der ferne (hoehe wie weite) denken laesst. dass es die auch fuer uns gab, will ich morgen erzaehlen …

mz

wo ist nur die geschichte hin …

die story spaeter, der gedanke jetzt. aehnlich dem nahe liegenden riesen china pocht auch vietnam – zweifelsohne zu recht – auf eine jahrtausende alte geschichte. das einzige problem fuer den geneigten besucher: sie zu finden. was auch immer auf der liste zu besuchender altertuemer, historischer staetten und antiker architektur steht, entpuppt sich frueher oder spaeter als „concrete“-nachbau. no offence, wie die englaender sagen, doch geschichte ist in vietnam zu groessten teilen ueberbaut. nicht, dass das in den meisten anderen teilen der welt so viel anders waere. mich deucht lediglich, dass man es zumeist nicht sieht. doch auf eine diskussion ueber mittel und wege – die anderswo ganz sicher umfaenglicher zur verfuegung stehen, als in vietnam -, geschichte taeuschend echt wieder erstehen zu lassen, will ich mich eigentlich hier nicht einlassen. die frage ist eher: wer ist schuld? an dem verlust urspruenglicher „geschichtssubstanz“ – und an der zuweilen hastig und wenig sorgfaeltig erscheinenden „wiedererichtung“ eigentlich (mehr oder weniger vollstaendig) zerstoerter kultur/architektur etc.

ersteres hat zwar ganz sicher viele antworten – zeit, die an weniger haltbaren baumaterialien erfolgreich sich abarbeitet, ein enorm invasives klima, das auch schloss neuschwanstein zerlegen wuerde, stuende es hier. doch auf was ich hinaus will – ohne diesen blog der gefahr aussetzen zu wollen, wegen antiamerikanischer hetze geschlossen zu werden -, ist das US-amerikanische erbe. alle landstriche indochinas tragen ihre narben, deren prominenteste natuerlich jene stellen sind, an denen sich befand, was unsereiner (als tourist) zu sehen wuenscht. ein beispiel: die zitadelle von hue. einst koenigssitz von vietnam ist der noerdliche teil umbaut von einer zitadelle, deren mauern noch die ausmasse frueheren glanzes erahnen lassen: gesamtlaenge der mauer: 10 km, dicke: ca. 10 m. innerhalb dieses areals befindet sich eine weitere zitadelle, etwa der verbotenen stadt pekings (?) entsprechend, die dem oberhaupt vorbehalten war. nun, diese staette monarchischen glanzes besteht zu 90 prozent nicht mehr. sie ist zu besichtigen, gewiss. doch was von ihr uebrig ist – tatseachlich uebrig – sind die mauern. der rest ist nachbau, das aelteste vielleicht 100-200 jahre alt. und da an allen ecken noch gezimmert, gehaemmert und v.a. betoniert wird, macht der geschichtstraechtige schauplatz eher den eindruck einer baustelle … wellbechdaecher, mauerreste, eingefallenes (damit keonnte man sich ja noch anfreunden, waere das ruinoese nur alt …). einige der erbittertsten kaempfe des vietnamkrieges fanden innerhalb dieser zitadellenmauern statt … folgerichtig liegt, was hier einst stand, nun flach.

selbstverstaendlich hindert das niemanden daran, fuer die besichtigung der anlage und ihrer nachbauten die hoechsten eintrittspreise (fuer uns bisher) vietnams zu kassieren, immerhin sind die ausmasse nichtsdestotrotz gigantisch. womit ich bei der zweiten frage bin: wer ist „schuld“ am kloetzernen wiedraufbau? wir. wenn leute kommen und sehen wollen, was hier einmal war, nichts davon jedoch noch steht – na, dann muss es eben wiedererstehen … welch dilemma.

ein P.S., das ein schmerzliches grinsen erzeugt: amerikaner fragen bei touren den guide besonders gern, warum bestimmte  ruinen ruiniert sind … obwohl sie die antwort kennen, kein fleckchen von hanoi bis saigon, der nicht seinen teil an bomben erhalten haette. hue: bombardiert. my son (eien der aeltesten und am laengsten „aktiven“ tempelstaetten SOA): z.t. ausradiert.

genug des plaedoyers. wer bis hierher durchgehalten hat, bekommt noch das kurzweilige und die fotos. der sleeperbus – welch komfort – kutschte uns nach hue, wo wirt uns zwar willig vom hotelschlepper abfangen und zu seiner kaschemme fuehren liessen, aber einmieten war uns dann doch zuviel. statt dessen watschelten wir ein paar strassen weit und machten eines der lieblichsten guesthouses asufindig, das wir bisher bewohnten. eine zum knutschen liebe familie – oma, opa, toechting (hochschwanger) und eine immer kichernde tante(?) , nahe des flussufers nicht nur schoen kuehle zimmer fuer den mueden wanderer bereithielt, sondern zudem eine immerschattige veranda, die den blick auf das nie endende treiben auf hues strassen freigab …

grund genug, dort zu naechtigen …  und die highlights von stadt (zitadelle) und umgebung (die graeber groooossser koenige) zu erkunden. ersteres bleibt, ob der gigantischen ausmasse, undokumentiert. doch die fahrradtour zu den graebern (den nachbauten …) der verflossenen maechtigen war eine solche hitzeschlacht, wie sie die tour de france nicht groesser sein koennte, so dassein bild … von franzi hier nicht fehlen darf:

hue franzi bike

und natuerlich, fuer alle fans wiedererstehender bausubstanz: eines der „aeltesten“ (etwa 150 jahre) graeber…

hue graeber

aller lohn dieser strapazen ist uns unvergessen … und wir treiben weiter: nach hoi an.

mz

ein backofen mit hoehlenkuehlung

uff … ich jage mir selbst hinterher. wer soll da noch mitkommen? erinnern du dich musst! derweil ich in einem internetcafe in hoi an sitze – und ein verrueckter vietnamese neben mir wie wild geworden auf seine tastatur haut, um seinen virtuellen supertaenzer zum steppen zu bringen, yippieh – soll ich mich an die wie aus einer doenerbude gedampften heissen tage von ninh binh erinnern.

in windeseile kurvt uns unser bus, wie es sich fuer einen „local bus“ gehoert, in richtung ninh binh, nachdem wir um 6 uhr morgens unsere taschen durch haiphong wuchteten. schweissige angelegenheit, aber ungeheuer belustigend, dem volke beim fruehsport zuzusehen … tai chi, jogging, walking (wirklich!) und v.a. badminton erstrecken sich verkehrslaehmend auf haiphongs strassen. doch da … laotische verhaeltnisse! der bus liegt lahm und es wird erst einmal ein stuendchen geschraubt. wundersam, als der regen einsetzt, ist alles wieder in butter und wir donnern wieder ueber die landstrasse – wie damals manfred krug …

nur wenige kilometer vor ninh binh springt ein junger kerl zu, der uns ganz zufaellig was von seinem hotel erzaehlt … wir sind guter laune, gehen mit … und mieten uns ein. eine gute wahl: 5. stock, blick ueber einen see (naaa guut, einen tuempel, aber mit huette in der mitte), mal wieder KEIN HBO und star movies (heisst: lesen statt glotzen) und viel guten service wie auch guenstiges essen.

ich uebe mich in kuerze: ein tag bettruhe – franzis bauch ist ein banges wesen, mit dem wir oefter zittern, als uns lieb ist -, der mich beinahe 400 seiten meines buches kostet (wo kriege ich nur so schnell neue her?). und dann rauf aufs moped! weder scheuen wir den verkehr des highway 1a (die meistbefahrene strasse vietnams, huestel … angeb), noch die 30 grad im schatten um 8 uhr morgens. auf nach tanm coc, der kuehlung fuer verschmorte hirne: ein see-fluss, der durch drei lange hoehlen seinen weg entlang ausgedehnter reisfelder nimmt. eine schoene paddelei, bei der ich es mir nicht nehmen liess, gegen ende heroisch selbst das paddel zu ergreifen …

unsere grosszuegige trinkgelderei war der dame leider nicht spendabel genug. so stand die enttaeuschung auf unser aller gesicht geschrieben – auf ihrem ueber unsere knausrigkeit, auf unserem ueber die unverschaemtheit (doch wer weiss schon, wieviel von dem bezahlten eintrittsgeld den weg in ihre tasche findet …). dennoch, nichts truebt dies …

 tam coc

 und dies …

tam coc fussrudern 

ich meine, wer moechte das NICHT koennen? mit den fuessen rudern … und in der hand ein kuehles bier? wahnsinn. muss ich lernen, fuer die naechste paddeltour.

doch unser heisser ofen trug uns noch weiter, eine stolze anzahl tempel steht auf unserer jagdliste, wie auch der blick ueber eine der (wahrscheinlich unzaehligen) fruehen koenigsstaedte vietnams: hoa lu.

 hoa lu blick

 doch die fahrt itself war einmal mehr das eigentliche highlight des tages. unvergesslich. durch winzige doerfchen auf strassen, die kniehoch im reisstroh versunken waren, das man (dorf) dort zum trocknen ausgelegt hatte, links und rechts auf den hoefen trocknete zudem mit feinen harkenmustern durchzogen der reis „itself“. in rasender fahrt gelang mir nicht mehr als dies von den in mein hirn gebrannten impressionen auch fuer die nachwelt zu digitalisieren:

ninh binh strohstrasse

 was danach kam, war die grosse muedigkeit … die wir mit zielgenauer listigkeit auzunutzen wussten, um die 600 km bis hue zu ueberbruecken … in verstohlen gebuchtem luxus: einem sleeperbus. cool (in vielerlei hinsicht). der naechste morgen erschien mir um 5 uhr frueh in der horizontalen, waehrend der bus sich seinen weg in die naechste alternde koenigsresidenz … hue.

mz